„Bienen“ tuckern gemütlich durch die Stauden 09.06.2015

Appe treffen in Schwabmünchen

Langenneufnach

„Bienen“ tuckern gemütlich durch die Stauden

Weihe und Ausfahrt von italienischen Dreirädern in Langenneufnach. Für einen Schweizer ist dies nur ein Ausflug. Von Christian Kruppe

 

Es war ein ungewöhnlicher Anblick im Fischacher Pfarrgarten, der sich am da am Wochenende bot. So ungewöhnlich, dass die Fußgänger stehen blieben und gar Autos an den Straßenrand fuhren, um genauer hinzusehen.

Der Grund für die vielen Blicke waren gut 70 Apes. Die dreirädrigen Gefährte, vom italienischen Hersteller Piaggio gebaut, fanden sich samt ihrer Fahrer in den Stauden ein. Viele davon nicht im Originalzustand, sondern mit viel Liebe und Geschick umgebaut oder neu lackiert. Da standen nun dreirädrige Wohnmobile, Renntrucks oder schön gestaltete klassische Pritschen- und Kastenwagen.

 

Der Langenneufnacher Daniel Glöckner rief zum fünften Mal zur „Ape-Weihe“ in die Stauden. Vorwiegend aus Süddeutschland, aber auch aus Köln und der Schweiz fanden sich Fans der „Biene“ – so heißt das Fahrzeug übersetzt – auf dem ehemaligen Langenneufnacher Sportplatz ein. Die ersten kamen schon im Laufe des Freitags an. Am Samstag ging es dann zuerst nach Fischach. Dort wurden Fahrer und Fahrzeuge von Pfarrer Sebastian Nößner gesegnet. Nößner selbst zählt auch zu den Fans der Dreiräder. Bei der Segnung der Fahrzeuge appellierte er an die Fahrer: „Achtet auf euch, denn wir haben keine Airbags, keine Knautschzone. Rechnet immer mit der Dummheit anderer.“

 

Am Nachmittag folgte eine Ausfahrt, an der rund 50 Fahrzeuge teilnahmen. Von Fischach aus ging es quer durch die Stauden nach Schwabmünchen. Dort machten die Bienen-Fahrer halt bei der Feuerwehr. Nach Kaffee und Kuchen gab es eine Führung, ehe es wieder zurück nach Langenneufnach ging.

Dort wurde am Lagerfeuer noch bis tief in die Nacht gefachsimpelt.

Ein gefragter Gesprächspartner dürfte der Schweizer Valentin Eiholzer gewesen sein. Seine Ape ist zum Wohnmobil umfunktioniert. Mit 11 PS bereist er ganz Europa. Für ihn war die Fahrt nach Langenneufnach nur ein Ausflug. Im Frühjahr war er schon in den Beneluxstaaten, Ende Juni geht es nach Spanien. Gut 50 Tagesetappen hat er dafür geplant. „Es geht über die Spuren des Jakobweges von der Schweiz aus über Frankreich nach Santiago de Compostela. Danach geht es weiter, rund um die iberische Halbinsel. „Ein bisschen verrückt muss man schon sein, oder?“, sagt der Schweizer am Ende seiner Erzählung und lacht.

 

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