Blaulicht und Sirene im Kleinformat 28.02.2016

Missi´s Birne

Stefan Missenhardt sammelt Polizeiautos, Feuerwehrautos und Züge. Ein Teil seiner Ausstellung ist im Museum in Schwabmünchen ausgestellt.

Schwabmünchen

Blaulicht und Sirene im Kleinformat

Feuerwehrmann Stefan Missenhardt lebt sein Hobby Modellbau im großen Stil aus. Wie aus einem Löschfahrzeug Tausende wurden

 

Den Traum, den so mancher kleiner Junge träumt, hat sich Stefan Missenhardt erfüllt. Er ist Besitzer von diversen Polizeifahrzeugen, Feuerwehrautos und Zügen. Ob regional oder international, in seiner Sammlung tummelt sich so manches Schmuckstück, dessen Anblick die Modellfahrzeugkenner vor Neid erblassen lässt. Einen Teil davon können Interessierte bei der Sammlerausstellung im Museum in Schwabmünchen bewundern.

Alles begann vor 15 Jahren. Als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Schwabmünchen entdeckte der damals Zwölfjährige bei einer internationalen Feuerwehrmesse in Augsburg ein bestimmtes Löschfahrzeug. Das Besondere: Es kam damals in Schwabmünchen zum Einsatz. „Dieses habe ich mir gekauft und war dann sofort vom Sammelfieber gepackt“, erinnert sich Missenhardt.

 

Unzählige Klicks im Internet und etliche Besuche in Modellbaugeschäften später sieht er sich vor einer beachtlichen Menge. In Zahlen gesprochen sind das etwa 4000 Einsatzfahrzeuge, 800 Figuren und 90 Züge. Insbesondere das Internet mit seinen Handelsplattformen und Foren erweist sich immer wieder als gute Quelle. Er informiert sich über neue Modelle, kontaktiert Händler im In-und Ausland und kann mit anderen Sammlern fachsimplen. Auf diese Weise ist auch eine Freundschaft zu einem Modellbauer entstanden. „Ich versorge ihn mit guten Ideen für Figuren aus der Realität und er baut diese dann nur für mich nach meinen Vorgaben“, erzählt der Schwabmünchner.

 

Über die Zeit hat sich der Modellbauliebhaber nicht nur Figuren wie winzig kleine Atomkraftgegner angeschafft, sondern auch Straßen und Gebäude. Das ist in der Szene deshalb so wichtig, weil die Errungenschaften mehr als nur schön anzusehen sind: „Wenn ich eine Reportage über die Bundespolizei sehe, suche ich mir die passenden Fahrzeuge und Figuren zusammen. Dann wird der Tisch geräumt und aufgebaut. Anschließend werden Fotos gemacht. Je realistischer, desto besser.“

 

Weil der 28-Jährige viel Wert auf Vollständigkeit legt und der Modellbau in unzählige Richtungen geht, musste er sich spezialisieren. Als Zweiter Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr ist es Ehrensache, ein breites Spektrum an Feuerwehrmodellen zu besitzen. Fahrzeuge aus Augsburg, Berlin, Düsseldorf, Hamburg und München gefallen dem Sammler am besten: „Sie haben einen technisch interessanten Fuhrpark, unterschiedliche Grunddesigns und auch interessante Sondermodelle.“

 

Wo die Feuerwehr ist, da ist auch bekanntermaßen die Polizei nicht weit. Auch in der Schwabmünchner Sammlung ist das der Fall. Deutsche Polizeifahrzeuge, egal ob Einsatzbus, Kamerawagen oder Wasserwerfer – er hat sie alle. Und wenn es einmal ein Fahrzeug nicht im Handel gibt, dann legt er selbst Hand an. Das eine Mal werden die Scheiben getönt, das andere Mal die Felgen angemalt. „Wenn wir die Fahrzeuge selbst verändern, nennt man das in Sammlerkreisen supern.“ Der Wert der Fahrzeuge steige dadurch an.

 

Ein weiteres Interessensgebiet sind internationale Einsatzfahrzeuge. Insbesondere die Vielfalt an Designs und Farben haben den Sammler gereizt. Zu jedem seiner Modelle hat er deshalb Fakten und Zahlen im Kopf. Seine Regionalzüge hingegen betrachtet er nicht als Herzstück seine Sammlung. Weil diese ein kleines Vermögen wert sind, könne er sich auch vorstellen, sie irgendwann zu verkaufen. Jetzt solle man sie aber erst im Museum bewundern können. Auch ein Modelleisenbahnzimmer sei eine schöne Vorstellung. Ein kleines bisschen Kind ist der Sammler eben doch geblieben.

 

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