„Ein Gefühl der Freiheit“ 06.07.2015

Kindernachmittag

Aktion

„Ein Gefühl der Freiheit“

Viele glückliche Gesichter beim Flugtag für Menschen mit Behinderung. Vier Organisationen ziehen an einem Strang Von Christian Kruppe

 

Am Tor des Hangars am Schwabegger Flughafen sitzt Marian entspannt in seinem Rollstuhl. Noch. Denn als sein Betreuer Johannes auftaucht und ihm sagt, dass es gleich losgeht, steigt bei dem jungen Mann die Aufregung. Er darf fliegen. Zum vierten Mal. „Wenn ich kann, bin ich bei jedem Flugtag dabei,“ erzählt Marian. Dann geht es schon in Richtung Flugfeld, zusammen mit Arbeitskollegin Anna und Betreuer Johannes. Alle drei sind bei den Ulrichswerkstätten beschäftigt. Während Anna nicht mehr sicher weiß, ob sie schon mal geflogen ist, zeigt sich bei Johannes eine Mischung aus Vorfreude und Nervosität. Er ist erst seit einem Jahr bei den Ulrichswerkstätten beschäftigt, kennt den Flugtag noch nicht. „Ich bin erst einmal geflogen, um einen Tandemfallschirmsprung zu machen“, erzählt er. Die Idee des Flugtages findet er toll. „Hier können Menschen mit Behinderung etwas erleben, was nicht jeder kann.“

 

Dann geht es in Richtung Startbahn. Das Einsteigen in den Flieger ist für Marian und Anna nicht einfach. Daher helfen zwei Mitglieder des Luftsportvereins Betreuer Johannes, dabei, die beiden ins Flugzeug zu heben. Kaum an Bord, schnappt sich Anna lachend die Steuerhebel. „Endlich fliegen,“ freut sie sich.

 

Dann geht es los. Lachend winken alle drei aus der Maschine, während sie an den Anfang der Startbahn rollt. Gut zwanzig Minuten sind sie in der Luft. Nach der Landung gibt es strahlende Gesicherter. Anna ist so glücklich, dass sie die Frage „Wie war es?“ nur mit einem breiten Lächeln und zwei hochgestreckten Daumen beantworten kann. Auch Marians Augen leuchten. „Das ein Gefühl der Freiheit,“ jubelt der junge Mann. „Wenn man den ganzen Tag an seinen Rolli gefesselt ist, dann ist so etwas einfach toll. Allein das Kribbeln beim Start ist schon toll,“ erzählt er.

Möglich machen diesen Tag vier Organisationen. Der Luftsportverein Schwabmünchen, der Helfer und einen Teil der Maschinen zur Verfügung stellt. Vier Flugzeuge sind an diesem Tag im Einsatz. Neben der vereinseigenen Maschine ist eine extra für diesen Tag gechartert, eine ist im Besitz eines Vereinsmitglieds und vom benachbarten Verein aus Landsberg ist auch ein Pilot samt Flugzeug da, „und das seit es diesen Tag gibt,“ weiß Hartwig Uhl, der Vereinsvorsitzende.

Dazu kommt noch der Kreisverband Augsburg des Roten Kreuzes, der vor allem im organisatorischen Bereich unverzichtbare Dienste leistet und auch vor Ort viel hilft. Finanzielle Unterstützung gibt es von Lions-Club und der Kreissparkasse. Peter Frankenberger, Schatzmeister des Lions-Club sagt auch für die Zukunft Hilfe zu: „Wir sind nun seit 30 Jahren hier dabei und werden das auch weiter sein.“ Sebastian Spieler von der Kreissparkasse freut sich, „dass wir so vielen Menschen schöne Momente bescheren können.“

Aber auch beim Rahmenprogramm gibt es Stammgäste. Der Modellflugverein zeigt seine Flieger und führt sein Können vor, die Jugendfeuerwehr Schwabmünchens ist mit einem Wettspritzen vor Ort, die Schwabegger Blasmusik sorgt für Unterhaltung. Wer nicht fliegen will, oder sich die Wartezeit auf rasante Art verkürzen will, hatte die Gelegenheit, auf einen „Ausritt“ in einem Morgan. Vier dieser britschen Sportwgen aus dem „Morgan Club Bayern“ waren vor Ort und standen für eine Rundfahrt zur Verfügung.

Annemarie Finkel, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Rot-Kreuz Kreisverbandes brachte ein Geschenk mit nach Schwabegg. Aus dem Erlös der beiden „Rot-Kreuz-Lädle“ in Göggingen und Bobingen gibt es Pavillons und einen Grill für die Ulrichswerkstätten. In den beiden Verkaufsstellen werden Kleiderspenden angenommen und an Bedürftige weiterverkauft. „Wir haben hier keine Ware aus Sammelcontainern. Wir verkaufen nur dass, was direkt bei uns abgegeben wird,“ so Annemarie Finkel.

 

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