Keramik

Anhand von Beispielen aus drei Jahrhunderten werden u.a. Fayence, Steinzeug, Porzellan und Steingut vorgestellt.

Keramik - Gründonnerstagskrug
 

Unsere Fotos zeigen einen grün glasierten schwäbischen Weihwasserkrug oder „Gründonnerstagskrug", versehen mit Christusmonogramm, eine Schreibgarnitur (19. Jahrhundert) aus Steingut, mit einem Abendmahl-Relief geschmückt, einen Frankfurter Fayence - Teller mit Kobaltdekor von 1730 und einen sog. „Birnenkrug" aus geritztem und glasiertem Steinzeug mit Zinndeckel. Er wurde im Westerwald gefertigt und stammt aus dem 19. Jahrhundert.

 

 

 

 

 

 

 

SteingutSchreibgarnitur aus Steingut

 

Zunächst in England hergestellt, begann das Steingut im 18. Jahrhundert seinen Siegeszug als "Porzellan des kleinen Mannes".

Mit dem Umdruck-Verfahren konnte in Massen produzierte Keramik mit einem Dekor versehen werden, das sie fast wie handbemaltes Porzellan aussehen ließ. Beim Umdruck wird mit öl- und metallhaltigen Farben bedrucktes Seidenpapier auf die Keramik gelegt. Während des folgenden Wässerns weicht das Papier auf, doch die wasserunlösliche Farbe haftet am Objekt. Anschließend wird das Werkstück gebrannt und glasiert.

 

 

 

 

Fayence

Frankfurter Fayence - Teller

 

Der Begriff bezeichnet keramische Objekte mit einer deckenden weißen Zinnglasur. Als Dekortechnik wird meist die Unterglasur-Malerei angewandt. Dabei wird die Farbe noch vor der Glasur direkt auf den Scherben aufgetragen.

Die Fayence-Herstellung, im Nahen Osten schon seit Jahrtausenden bekannt, erlebte in Europa im 16. / 17. Jahrhundert ihre Blüte.

Bis zum Siegeszug des Steinguts im 18. Jahrhundert besetzte die Fayence die Nische zwischen der billigen Irdenware und dem teueren Porzellan.

 

 

 

 

 

Steinzeug

Westerwälder Krug aus Steinzeug

 

Steinzeug ist - auch unglasiert - hart und wasserdicht. Die ältesten Steinzeuge Europas stammen aus dem 12./13. Jahrhundert aus Siegburg. Die Hänge des Westerwaldes boten mit ihren speziellen Tonvorkommen beste Bedingungen für die Steingutproduktion.

Im 15. Jahrhundert wurde die Salzglasur entwickelt, mit der Steinzeug grau oder glänzend braun gefärbt werden konnte. Etwas später gelang es, mit Kobalt eine blaue Dekorfarbe zu erzielen.

Steinzeug eignet sich aufgrund seiner Härte gut für mechanische Dekore in Ritz- oder Schabetechnik.

Gefäße aus Steinzeug waren für die Aufbewahrung von Getränken beliebt, da Flüssigkeiten in den dickwandigen Gefäßen ihre Temperatur gut hielten.

drucken nach oben