Textilproduktion und Handarbeit

Vom Weben, Klöppeln und von der Geschichte der Strumpfstrickerei als Heimarbeit in Schwabmünchen

Textilproduktion und Handarbeit - Strümpfe

In diesem Bereich werden Textilien präsentiert, die in verschiedenen Handarbeitstechniken hergestellt wurden. Turnusmäßig wird dabei auf eine dieser Techniken ein Schwerpunkt gelegt.

Daneben sind hier Geräte zu sehen, die in der Textilproduktion und -bearbeitung eine Rolle spielen  - vom Webstuhl aus dem Jahr 1840 bis zur Industrie - Strickmaschine, die noch bis in die 1980er Jahre im Einsatz war.

 

Webstuhl

Ein für Schwabmünchen bedeutendes Kapitel erhält natürlich hier besondere Aufmerksamkeit: die Heimarbeit der Stricker und Streicher. Die Geschichte der Schwabmünchner Stricker wird kurz dargestellt und es werden einige ihrer begehrten Produkte gezeigt.

 

 

Zur Geschichte der Stricker und Streicher  in Schwabmünchen

 

StrümpfeÜber lange Zeit spielte die Strumpfstrickerei als Haupt- oder Nebenerwerb in Schwabmünchen und Umgebung eine große Rolle. Sie wurde als Heimarbeit betrieben. Ihre Blüte erreichte sie in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

 

Händler lieferten den Heimarbeitern das Grundmate­rial: Rohbaumwolle. Bevor mit der Strickarbeit begonnen werden konnte, musste also die Baumwolle erst gereinigt ( mit Karden „gestrichen" ), kartätscht und versponnen werden. Diese Arbeiten wurden von allen Familienmitgliedern verrichtet. Auch Kinder bekamen ihre Aufgaben zugeteilt.

 

Gestrickt wurde vor allem für den Export. Verleger vertrieben die Strümpfe auf dem nationalen und internationalen Markt. Die Ware der Schwabmünchner Stricker war von anerkannt hoher Qualität. Den Verlegerbrüdern Keck wurde auf der Augsburger Industrieausstellung 1829 aufgrund der Güte „ihrer" Schwabmünchner Strümpfe sogar eine Goldmedaille verliehen. Portraits Franz Anton und Franziska Keck

Die Portraits rechts (Öl auf Leinwand, um 1830) zeigen das Verlegerehepaar Franz Anton und Franziska Keck.

                                                                                                    

Waren ihre Produkte auf den Märkten auch noch so begehrt - reich wurden die Schwabmünchner Stricker nicht von ihrer Arbeit. Für viele von ihnen war das Stricken die einzige Möglichkeit, nicht in völlige Armut abzusinken.

 

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann der Rückzug der Schwabmünchner Strumpfstrickerei. Die Industrialisierung in der Textilproduktion mit der Entwicklung mechanischer Spinn- und Strickmaschinen machte ihr ein Ende.

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