Vitus Wolfsteiner

Bilder und Skulpturen ( 31. 01. 2009 bis 15. 03. 2009 )

Plakat Vitus Wolfsteiner

 

 

 

 

 

Vitus Wolfsteiner, 1949 in Neumarkt in der Oberpfalz geboren, feierte zu Beginn 2009 seinen 60. Geburtstag. Die Galerie der Stadt Schwabmünchen nahm dies als Anlass für eine Werkschau, die Arbeiten aus den vergangenen 15 Jahren präsentiert. Zu sehen waren Tafelbilder, Grafiken und Skulpturen.

 

 

 

 

Vitus Wolfsteiner Holzdruck auf SeideIn der Ausstellung wurde die enorme Vielseitigkeit deutlich, die das Werk Vitus Wolfsteiners kennzeichnet. Er wechselt immer wieder seine Techniken, seine Materialien und Formate. Er wagt es, immer wieder neue Wege zu gehen. Dafür, dass auf diesen Wegen Kunstwerke von überzeugender Ästhetik entstehen, bürgen Können und stetige Selbstreflexion. Wolfsteiner verweigert es, sich auf einen Stil festzulegen und ihn zu dem „seinen" zu machen. Und doch ist in all der Vielfalt seine Hand zu spüren - unverwechselbar.

 

 

Vitus Wolfsteiner, als Kunsterzieher und Werklehrer seit 1991 Dozent am Staatsinstitut für Fachlehrerausbildung in Augsburg, ist seit jeher auch als bildender Künstler tätig.

Seine Arbeiten waren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Augsburg, München, Landsberg am Lech, Schwabmünchen, Ichenhausen, Aichach, Innsbruck, St. Anton, Berlin und New York zu sehen.Vitus Wolfsteiner Ausstellunsraum EG Ausschnitt

 

 

 

 

 

 

 

 

Auszüge aus der Einführung:

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Vitus Wolfsteiners Geburtstagsausstellung ist nicht nur die erste Ausstellung in diesem Jahr, es ist auch - soweit ich mich erinnere - meine erste Kunstausstellung in diesem Hause, die keinen eigenen Titel hat. Für mich verleiht  der Titel einer Ausstellung ihre Individualität. Jede Ausstellung ist anders und jede Ausstellung möchte etwas Anderes, fühlt sich anders an. Der Titel gibt ihr eine Kontur, eine Persönlichkeit, lässt sie unverwechselbar werden.

Er charakterisiert die Ausstellung und ihre Exponate - und manchmal auch den Künstler - schon ein wenig im Vorhinein. Mein Titelvorschlag, der sich formte nach einem Gespräch mit Vitus Wolfsteiner und damit nach näherer Bekanntschaft mit ihm und seinem Werk, lautete: Farben denken.

 Vitus dachte darüber nach...

„Ja schon, aber..."

Ich gab auf.

Den Namen des Künstlers zum Titel zu machen, erfordert keine Festlegung und keine Entscheidung und war daher der Kompromiss unserer Wahl.

Für eine Werkschau ohnehin sinnig.

Und welch glückliches Geschick, wenn man einen so wohllautenden Namen trägt.

 

Farben denken. Es gibt keinen Pinselstrich in dieser Ausstellung, der nicht im Vorhinein bedacht war. Technik, Wahl der Farbpigmente, Schattierung, Art des Farbauftrags - all das will entschieden sein, begründet, bedacht. So manches Mal gerät die Entscheidung zum Kampf, zur Mutprobe sich selbst gegenüber. Das leidenschaftliche Ringen um die richtige Form, die richtige Farbe, deren richtigen Ort - so einen Prozess kennt man vor allem wohl aus der Schriftstellerei. Diesen Kampf um das richtige Wort, das ganz genau umschreibt, was ich mitteilen will, das Wort, das dem Text seine Botschaft gibt, seine Färbung, seinen Körper, sein Ich. Das Wort auch, das den Text in sich stimmig macht und sich so in den Text fügt, dass er wirkt wie von leichter Hand  geschrieben, wie aus einem Stück.

Dann findet sich das Wort, findet sich die Farbe. Und am Ende sagt man: So und nicht anders soll es sein.

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Vitus Wolfsteiner Blick in Ausstellungsraum EGWie sich die Bilder dem Betrachter darbieten, in all ihrer Verschiedenheit, könnte man meinen, wir eröffnen heute vier Ausstellungen und nicht nur eine.

Es ist diese ungewöhnliche Vielseitigkeit, die das Werk Vitus Wolfsteiners kennzeichnet. Nie würde er sich auf einen Stil festlegen, ihn zu seinem Markenzeichen machen. Und doch ist in all der Vielfalt seine Hand zu spüren - unverwechselbar.

Denn Vitus Wolfsteiner ist ein Künstler, der sich und seinen Standort immer wieder definiert und reflektiert.

Als ich die Arbeiten so in der Zusammenschau sah, musste ich an eine Fernsehdiskussion zum Thema moderne Kunst vor ein paar Monaten denken. Markus Lüpertz sagte in diesem Gespräch, es stehe doch außer Frage, dass ein Künstler der heutigen Zeit auf der Basis von 2000 Jahren christlicher Kunst agiere.  Wolfsteiner ist sich dessen bewusst. Und ich meine, kaum einer setzt sich intensiver mit dem auseinander, was vor ihm war und sowohl geschätztes Erbe als auch bedrückende Last sein kann.Vitus Wolfsteiner Feldzeichen

Die Beschäftigung mit der künstlerischen Ahnenreihe hinterlässt denn auch Spuren in seinen Arbeiten. Doch diese Spuren sind  nicht etwa Zitate.

Ergebnisse dieser Beschäftigung sind ganz eigene Wolfsteiners. Bilder von hoher Ästhetik und schöpferischer Kraft. In manchen kann man sich verlieren, andere schaffen es, den Betrachter zu konzentrieren. Und wieder andere sind einfach nur wunderschön.

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 In der Farbigkeit durchläuft die Ausstellung jede Menge Stationen zwischen monochrom über gebrochene Töne bis hin zur Farbexplosion. Die Farben tanzen zu lassen - auch das gehört zu Wolfsteiners Oeuvre. Und sie wieder einzufangen, zu zügeln und in der Form zu disziplinieren. Dass dies zur Rhythmisierung auch in der Hängung verlockt, ist vielleicht nachzuvollziehen. Man möge es mir nachsehen.

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Sabine Sünwoldt

 

 Vitus Wolfsteiner Ausstellungsraum OG Ausschnitt

 

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