Wie es zum Grillunfall in Großaitingen kommen konnte 03.12.2015

Grillunfall Großaitingen

Anzeichen einer einsetzenden CO-Vergiftung können sein: Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Ohrensausen, Übelkeit, und Herzrasen.

Kreis Augsburg

Wie es zum Grillunfall in Großaitingen kommen konnte

Neun Verletzte, ein Mann in Lebensgefahr – das ist die Bilanz eines Grillunfalls in Großaitingen im Kreis Augsburg. Ein Feuerwehrkommandant erklärt, wie es dazu kommen konnte.

 

Grund für den Zusammenbruch des 59-Jährigen am Wochenende in einer Gewerbehalle in Großaitingen war eine Kohlenmonoxidvergiftung, als im Inneren der Halle gegrillt wurde. Er schwebt laut Auskunft der Polizei vom Mittwoch noch in Lebensgefahr. Allen anderen scheint es wieder gut zu gehen. Zumindest liegen der Polizei keine anderen Erkenntnisse vor. „Es ist normalerweise nicht mit Spätfolgen zu rechnen“, sagte der stellvertretende Leiter der Integrierten Rettungsleitstelle Augsburg, Christan Linke gestern.

 

Die Gefahr beim Grillen heißt CO

Die Besucher der Feier hatten offenbar großes Glück, denn Hubert Prechtl, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Schwabmünchen, weist in diesem Zusammenhang eindringlich darauf hin, wie gefährlich es sei, in geschlossenen Räumen zu grillen: „Von Kohlenmonoxid von in geschlossenen Räumen bei unzureichender Belüftung betriebenen Gasheizungsgeräten, Gas- oder Holzkohlegrillen geht eine erhebliche Gefahr aus. Deswegen ist der Betrieb derartiger Geräte in geschlossenen Räumen auch verboten.“

 

Das Tückische: Kohlenmonoxid (CO) ist farb- und geruchlos. „Es bindet sich rund 200 Mal besser an den für den Sauerstofftransport verantwortlichen Blutfarbstoff Hämoglobin als Sauerstoff selbst“, erklärt Prechtl. So kommt es schließlich zu einer massiven Störung der Sauerstoffversorgung der Körperzellen, die bis zum Tod führen kann. Bei Bränden sterben die meisten Menschen nicht durch das Feuer, sondern durch Kohlenmonoxid.

 

Vorsicht bei diesen Symptomen

Anzeichen einer einsetzenden CO-Vergiftung können sein: Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Ohrensausen, Übelkeit, und Herzrasen.

„Ein typisches Unfallszenario ist zum Beispiel, wenn bei einem Straßenfest wegen eines Gewitters der Grill kurzerhand in eine Garage verlagert und wegen der Abkühlung durch den Regen das Tor geschlossen wird“, erzählt Prechtl. Und das passiere gar nicht mal so selten. Prechtl ist es aufgrund des Gasunfalls in Großaitingen ein Anliegen, die Bürger erneut auf diese Gefahr aufmerksam zu machen.

 

 

 

 

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