Zwischen Stadtverwaltung und Feuerwehr „passt kein Blatt Papier“ 08.04.2016

Generalversammlung 2016

Versammlung

Zwischen Stadtverwaltung und Feuerwehr „passt kein Blatt Papier“

Die Jugendfeuerwehr boomt und auch sonst ist die Schwabmünchner Feuerwehr eine starke Truppe. Die Einsätze steigen, doch ein beliebter Termin fällt heuer ins Wasser Von Hieronymus Schneider

 

Die 147. Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr war eine Demonstration des generationenübergreifenden Zusammenhalts einer starken Truppe. Vorsitzender Thomas Müller konnte etwa 130 Mitglieder in der Feuerwehrzentrale an der Riedstraße begrüßen. Die Spannbreite reichte von der Jugendfeuerwehr, die eine ganze Tischreihe belegte, bis zu den Senioren, die schon bis zu 60 Jahre lang dabei sind.

Die von Kommandant Hubert Prechtl komprimiert vorgetragene Einsatzbilanz zeigte deutlich, wie wichtig die Bereitschaft rund um die Uhr für die Bevölkerung oder einzelne Menschen in Not ist. Im Langzeitvergleich zeigt sich ein langsamer, stetiger Anstieg der Einsätze, auch wenn das Vorjahr diesmal nicht übertroffen wurde. 296 Mal musste die Wehr im Jahr 2015 zu Einsätzen ausrücken und dabei wurden fast 3000 Einsatzstunden geleistet. Bei 30 Brandalarmen wurden drei Großbrände, 13 mittlere und sieben Kleinbrände bekämpft. Sieben Mal waren nur noch Nachlöscharbeiten notwendig.

 

Weit häufiger waren technische Hilfeleistungen bei Verkehrs- oder Betriebsunfällen, Menschen- und Tierrettungen, Nottüröffnungen, Beseitigung von Sturm-, Hochwasser- und Schneeschäden und sonstigen Hilfsdiensten erforderlich. 181 Einsätze mit 1055 Stunden wurden hier gezählt. „Diese enormen Zahlen können aber nicht annähernd beschreiben, was der Einsatz der Feuerwehr allein für die 52 Menschen bedeutet hat, die im letzten Jahr aus lebensbedrohlichen Situationen gerettet wurden“, sagte Bürgermeister Lorenz Müller.

Er lobte die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Worten: „Zwischen der Stadtverwaltung und der Feuerwehr passt kein Blatt Papier.“ Der stellvertretende Kommandant Stefan Missenhardt berichtete von 13761 Dienststunden, die neben den Einsätzen für Übungen, Schulungen und Arbeitsdienste aufgewendet wurden. Die aktive Wehr hat eine Mannschaftsstärke von 134, davon 23 Anwärter unter 18 Jahren. Zwischen 28 und 33 Wehrmänner und -frauen sind rund um die Uhr einsatzbereit. Der 313 Mitglieder zählende Feuerwehrverein ist aber auch ein wesentliches Element im gesellschaftlichen Leben der Stadt, wie beim Frühlingsfest, kirchlichen Prozessionen, Fußballturnieren, Stadtmeisterschaft im Schwimmen, der Brandheiß-Party oder der Maibaumaufstellung.

In diesem Jahr wird wegen der Schlechtwettererfahrungen der letzten Jahre allerdings kein Maifest stattfinden. Der Maibaum wird aber alle zwei Jahre neu aufgestellt. Die historischen Oldtimer-Fahrzeuge sind eine Attraktion bei vielen Festen. Die Jugendfeuerwehr engagiert sich laut Jugendwart Johannes Baumann neben der Ausbildung für den Feuerwehrdienst in sozialen Diensten wie dem Flugtag für Menschen mit Behinderungen, der Flursäuberung „Rama dama“ oder der Kleidersammlung für die Aktion Hoffnung.

Höhepunkt des letzten Jahres war die Jugendgroßübung in Mindelheim, an der sich die Schwabmünchner mit drei Fahrzeugen und 20 Mitgliedern beteiligten. Doch auch die Freizeitgestaltung kommt nicht zu kurz. Beim Zeltlager in Schwangau erlebten die Jugendlichen ein tolles Wochenende mit Geländespielen, einer langen Wettbewerbswanderung und dem Besuch der Feuerwehr in Füssen. Neun Neuaufnahmen bei der Jahreshauptversammlung belegen die Attraktivität der Jugendfeuerwehr.

 

Nachwahlen einzelner Vorstandsposten

 

Michael Karl wurde für den weggezogenen Uli Sommer als dritter Mann in der Fahnenabordnung gewählt. Hans Geier wurde als zweiter Vertrauensmann der Passiven für den verstorbenen Kaspar Reiß nachberufen. Die Kassenprüfer Daniel Wich und Florian Rössle wurden einstimmig für weitere zwei Jahre gewählt. Richard Wirnshofer wurde in den Ruhestand verabschiedet

Altersbedingt scheidet Richard Wirnshofer aus dem aktiven Feuerwehrdienst aus. Er trat 1985 unter dem jetzigen Ehrenkommandanten Karl Steingruber der Schwabmünchner Feuerwehr bei und erwarb 1988 das Leistungsabzeichen in Gold. Nun wurde der Oberfeuerwehrmann von Bürgermeister Lorenz Müller in den „Feuerwehr-Ruhestand“ verabschiedet.

 

60 Jahre Mitglied im Feuerwehr-Förderverein sind Johann Schlögel (links) und Michael Karl.

 

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