Die Wehr ist Teil eines Weltrekordes 03.04.2017

Generalversammlung 2017

Eine Besonderheit und erstmals in Schwabmünchen war die Ehrung für 45 Jahre aktiven Dienst in der Feuerwehr: (von links) Bürgermeister Lorenz Müller, die Jubilare Herrmann Schedler und Karl Knoll, Kommandant Hubert Prechtl.

Schwabmünchen

Die Wehr ist Teil eines Weltrekordes

Hinter dem beeindruckenden Zahlenwerk der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Schwabmünchen verbergen sich nicht nur Löscheinsätze. Zwei Mitglieder werden besonders geehrt. Von Uwe Bolten

 

Mit rund 120 Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr war der Saal im Gerätehaus restlos gefüllt, als Vereinsvorsitzender Thomas Müller die Jahreshauptversammlung eröffnete. Aus der Sicht des Vereins, der mittlerweile 316 Mitglieder zählt, war die Teilnahme an der Fireparade München 2016 mit der 1934 gebauten und aus Tradition gepflegten Drehleiter (DL 16) einer der Höhepunkte. „Es ist ein tolles Gefühl, an dem Weltrekord für die längste Feuerwehrparade der Welt teilgenommen zu haben“, erzählte er von dem Tag.

Bürgermeister Lorenz Müller hob den hohen Ausbildungsstand, die Einsatzbereitschaft und besonders das Engagement der Jugendfeuerwehr hervor. „Die Kosten stehen bei der Betrachtung der geretteten Menschleben hinten an“, sagte er und prognostizierte eine wachsende Anzahl der Einsätze, da die Stadt kontinuierlich wachse.

 

274 Einsätze im Jahr 2016

Kommandant Hubert Prechtl berichtete über die Ereignisse im vergangenen Jahr. Mit 274 Einsätzen gegenüber 296 im Jahr davor sei die Anzahl zwar rückläufig, dennoch sei die Trendkurve im neuen Jahrtausend ansteigend. „Weniger die Brandbekämpfung, sondern Einsätze bei Naturereignissen wie Hochwasser lassen die Einsatzstunden steigen“, sagte er. Im vergangenen Jahr seien 14 Brände bekämpft worden.

Mit 178 technischen Hilfeleistungen läge in diesem Bereich der Schwerpunkt. Auch die Einsatzstunden von knapp 400 für die Brandbekämpfung stünde den 950 Stunden Hilfeleistung im technischen Bereich nach, trug Prechtl vor. „Insgesamt 24 Personenrettungen wurden ergänzend mit dem Rettungsdienst erbracht. Bei Brand und Nottüröffnungen hat die Feuerwehr 51 Personen aus zum Teil sehr gefährlichen Situationen retten können.“

Die Mannschaft aus 140 Aktiven (davon 27 Anwärter unter 18 Jahren) habe mit Einsatzstunden (2392), Übungen und Schulungen (5158) und Arbeitsdienste, Jugendarbeit und laufender Betrieb (6722) insgesamt 14272 Stunden ehrenamtlichen Dienst geleistet. Die Aktivitäten der Wehrleute neben den Einsätzen fasste Stefan Missenhardt, stellvertretender Kommandant, zusammen. „Neben den 125 Einzelübungen Einsatz wurden durch die Aktiven viele Intensivtrainings, lehrgangsgebundene Ausbildungen an der staatlichen Feuerwehrschule und Teilnahme an Leistungsprüfungen geleistet.“ Die Beratungen in Fragen des baulichen Brandschutzes und allgemeiner Betriebssicherheit durch die Kommandanten hätten erneut überproportional zugenommen, obwohl diese Verwaltungsaufgaben von Stadt und Landratsamt seien, stellte Missenhardt fest.

 

45 Jahre Dienst bei der Feuerwehr

Einen besonderen Anlass zur Freude gab es für zwei Mitglieder. Karl Knoll und Hermann Schedler, beide seit 1972 bei der Feuerwehr aktiv, konnten durch die Heraufsetzung des Dienstalters für aktive Wehrleute auf 65 für 45 Jahre Dienst geehrt werden. Während Knoll als der Initiator der Praxisausbildung Großtierrettung in der Landwirtschaft gilt und bis heute Leiter der Brandschutzerziehung ist, verbindet die Wehr mit dem Namen Schedler die Einrichtung großer Teile der Brandschutz-Grundausbildung am Ort sowie seine Rolle als Kommandant der Feuerwehr Schwabmünchens von 1984 bis 2000.

Neben einer Urkunde und einer Uhr bekamen sie vom Landratsamt ein einwöchiger Aufenthalt im Feuerwehr-Erholungsheim zugesprochen. Bürgermeister Müller erweiterte dieses Geschenk um den Aufenthalt für die Lebenspartnerinnen.

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