Ein neues Zentrum soll in Schwabegg entstehen 10.03.2017

Neues Feuerwehrhaus Schwabegg

Auf dem Gelände des alten Pfarrhofs soll das neue Dorfgeimschaftshaus entstehen, wenn die Fördergelder dies ermöglichen.

Schwabmünchen-Schwabegg

Ein neues Zentrum soll in Schwabegg entstehen

Der Stadtrat in Schwabmünchen spricht sich einstimmig für die Errichtung eines Dorfgemeinschaftshauses in Schwabegg aus. Der der große Zeitdruck und Mehrkosten sorgen für Unmut. Von Uwe Bolten

 

 

 

Solch ein Interesse an kommunalen Themen bei Stadtratssitzungen würde Bürgermeister Lorenz Müller wahrscheinlich gerne öfter sehen. 45 Zuhörer, durchweg Bürger des Ortsteils Schwabegg, verfolgten die jüngste Sitzung des Stadtrates. Dabei galt das Interesse nicht dem zu verabschiedenden Haushaltsentwurf, sondern der Erfüllung eines lang gehegten Wunsches: dem Bau eines Dorfgemeinschaftshauses. Dessen Ausführungsbeschluss und die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens stand auf der Tagesordnung.

 

Schon Ende Juli 2012 beschäftigte sich der Stadtrat mit diesem Thema, im Mai 2013 wurde dem Abbruch des alten Pfarrhofs zugestimmt, der Anfang 2014 dem Erdboden gleichgemacht wurde. Das Architekturbüro Naujok erhielt im Februar 2014 durch den Bauausschuss den Auftrag, das Objekt zu planen. Die Renovierung bestehender Altbauten wie das alte Feuerwehrhaus oder die alte Schule wurden aufgrund der Unwirtschaftlichkeit verworfen. Im Februar 2016 erblickte ein Dorferneuerungs- und Infrastrukturprogramm zur Nutzung der Mittel aus dem ELER-Topf der Europäischen Union das Licht der Welt. Demzufolge passt die Errichtung eines Dorfgemeinschaftshauses wie in Schwabegg genau in das nach Prioritäten gestaffelte Förderraster.

 

Die zu erwartende Summe bei Anerkennung des Projektes liegt deutlich über den Fördersummen anderer Förderprojekte. In einer Besprechung mit dem Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben wurde Vertretern der Stadtverwaltung im Dezember mitgeteilt, dass gute Chancen zur Förderung in der nächsten Antragsperiode bestünden. Der Pferdefuß war die Terminsetzung: Der Baugenehmigungsbescheid müsste bis 31. März in diesem Jahr vorliegen. Umgehend handelte die Verwaltung.

 

Räume für Veranstaltungen und die Feuerwehr

 

Fachplanungen wurden in der Stadtratssitzung im Januar 2017 vergeben, in Ausschusssitzungen die Pläne und Konzepte erörtert. Die Bürgerbeteiligung vom 9. Februar, an der rund 90 Schwabegger teilgenommen hatten, glichen die Bedürfnisse mit den Planungen ab. In moderierten Workshops brachten sich die Anwesenden intensiv ein, um das Gebäude im Kurvenbereich neben der Einmündung des Kirchweges in die Hauptstraße zu formen. Heraus kam ein Haus, welches neben einem großen Veranstaltungsraum mehrere Gruppen- und Mehrzweckräume enthalten soll. Ebenso ist die Unterbringung der Freiwilligen Feuerwehr in diesem Gebäude vorgesehen. Ergänzt wird die Baumaßnahme mit einem von vielen Bürgern gewünschten Dorfplatz vor dem Gebäude.

 

Kosten steigen von 1,4 auf 1,6 Millionen Euro

 

„Die Bauverwaltung arbeitet auf Hochtouren. Am Ende der Woche wird Stadtbaumeister Michelfeit erneut beim Amt im Krumbach vorstellig. Wir brauchen nun schnellstens das gemeindliche Einvernehmen und den Ausführungsbeschluss vorbehaltlich der ELER-Förderung“, mahnte Bürgermeister Lorenz Müller. Bevor der Stadtrat das Projekt mit einstimmigem Votum absegnete, erläuterte Jörg Naujok vom gleichnamigen Mittelstetter Architekturbüro die seit der Bürgerbeteiligung hinzugekommenen Änderungen, die sich insbesondere auf die erforderliche Belüftungsanlage bezog. „Durch die laut Bau- und Lärmschutzverordnungen notwendigen Änderungen in der Haustechnik werden die geplanten Kosten von 1,4 auf 1,6 Millionen Euro steigen“, erläuterte er.

„Bei öffentlichen Bauvorhaben wird Energiesparen ganz groß geschrieben. Und dann müssen Energiefresser wie Klima- und Belüftungsanlagen aus Lärmschutzgründen eingebaut werden“, monierte Bernhard Alberstetter (CSU) und sah in den gesetzlichen Forderungen einen krassen Widerspruch. Bernd Zeitler (SPD) kritisierte den nun existierenden Zeitdruck für das Projekt, worauf Germar Thiele (FW) nur knapp antwortete: „Jetzt geht mal was schnell voran. Es wird auch nicht billiger, wenn wir langsamer machen.“

 

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