Empfehlungen der Bürgerschaft an den Stadtrat

Übergabe der Empfehlungen aus der Bügerschaft durch Frau Schäuble an Ersten Bürgermeister Neumann
Im Rahmen der Bürgerbeteiligung haben sich zahlreiche interessierte und engagierte Bürgerinnen und Bürger intensiv mit der Planung für die Neugestaltung der Fuggerstraße und des „alten Rathausgartens" auseinandergesetzt. Von Juli 2006 bis März 2007 haben die drei Arbeitsgruppen

 

- Verkehr

- Soziale Qualitäten in der Innenstadt

- Gestaltung, Grün und Marketing

 

in insgesamt 14 Arbeitsgruppensitzungen (teilweise unter der Moderation von Frau Ingegerd Schäuble vom Schäuble Institut für Sozialforschung, München) eine gemeinsame Empfehlungsliste zur Planung der Stadtmitte von Schwabmünchen erarbeitet.

 

Frau Schäuble übergab die Dokumentation mit den Empfehlungen der Bürgerschaft in der Stadtratsitzung am 08.05.2007 offiziell an den Bürger­meister und den Stadtrat.

 

Die Empfehlungen der Bürgerschaft an den Stadtrat stehen unter Downloads als PDF-Datei zur Verfügung.

 

Die Empfehlungen im Einzelnen:

Umgriff des Planungsgebietes

  • Es wird eine Erweiterung des Planungsumgriffs, und zwar um die Luitpold- bis zur Feyerabendstraße für sinnvoll gehalten. Der Schrannenplatz sollte als Zentrum in die Planungen miteinbezogen werden.

 

Planungsbeginn

  • Ein möglichst baldiger Beginn der Planungsarbeiten ist gewünscht.

 

Tiefgarage

Eine Tiefgarage in der Fuggerstraße wird grundsätzlich befürwortet.

 

  • Es sollen zwei Zugänge geplant werden, von denen aber nur einer an der Fuggerstraße liegen soll. Die Tiefgarage soll behindertengerecht ausgebaut werden.
  • Im Planungsbereich der Tiefgarage soll eine WC-Anlage (behindertengerecht mit Euro-Schlüssel) vorgesehen werden.

 

Als alternativer Standort zur Fuggerstraße wird ein Parkhaus am Gerberbächle für möglich gehalten, sofern die Hochwassersituation bewältigt werden kann.

 

Parken in der Fuggerstraße

Grundsätzlich wird gewünscht, dass die Parksituation in der Fuggerstraße verbessert - nicht eingeschränkt - wird. Dazu werden konkrete Maßnahmenvorschläge unterbreitet:

 

  • Standzeiten der Busse überprüfen.
  • Evtl. Busparkplätze zugunsten von Pkw-Parkplätzen verlegen.
  • Fuggerstraße auf ganzer Länge als Kurzparkzone (30 - 45 Min) ausweisen.
  • Innenstadt-ArbeitnehmerInnen auf Langzeitparkplätze verweisen, damit möglichst viele (Kurzzeit-)Parkplätze in der Fuggerstraße für Einkaufende zur Verfügung stehen.
  • Zusätzliche private Höfe von Geschäften in der Fuggerstraße für das Parken freigeben.

 

Fuggerstraße

Die Neugestaltung der Fuggerstraße wird grundsätzlich bejaht.

 

  • Sie soll als Haupt- und Durchgangsstraße mit 30 km/h verkehrsberuhigt werden, wozu auch eine Einschränkung des Schwerlastverkehrs über 3,5 t gehört.
  • Die Ausgestaltung wird gewünscht mit einer Fahrbahnbreite von 6,5 m, mit Niederbord, ohne Fahrradstreifen.
  • An- und Ablieferverkehre sollen in Abstimmung mit den Geschäftsleuten zeitlich eingeschränkt werden (evtl. bis 9.00 Uhr Vormittags).
  • Erweiterte Möglichkeiten für eine multifunktionale Freiluftgastronomie sind gewünscht, sie sollen im Winter als zusätzlicher Parkraum genutzt werden können.
  • An der Einmündung der Lechfelderstraße zur Fuggerstraße bzw. zum Ulrichsberg soll die verkehrliche Situation verbessert werden, möglicherweise durch einen Kreisverkehr und mit Fahrbahnkennzeichnung an der Einfahrt in die Fuggerstraße.

 

Umliegende Straßen

  • Bei den Planungen soll nicht nur die zentrale Fuggerstraße, vielmehr sollen auch die umliegenden, von der Umgestaltung der Fuggerstraße mitbetroffenen Straßen berücksichtigt werden.
  • Insbesondere für Hochfeld-, Museum-, Garten- und Ferdinand-Wagner-Straße sowie Römerstraße wird ein Tempolimit von 30 km/h vorgeschlagen.
  • Die Einschränkung des Schwerlastverkehrs über 3,5 t und
  • die Regelung der An- und Ablieferverkehre in Abstimmung mit den Geschäftsleuten, die für die Fuggerstraße vorgeschlagen wurden, sollen auch für diese umliegenden Straßen eingeführt werden.
  • In den genannten Straßen sollen geregelte, gekennzeichnete und versetzt angeordnete Parkplätze mit Parkzeiten bis zu 2 Stunden, im nördlichen Bereich evtl. bis zu 2,5 Stunden, vorgesehen werden.
  • SOFORTMASSNAHMEN: VERKEHRSBERUHIGUNG UND VERSETZTE PARKPLÄTZE.

 

Verbindungen zwischen Garten- und Fuggerstraße

  • Es sollen zusätzliche Verbindungen geschaffen werden, sofern es die rechtliche Situation (Verkehrssicherungspflicht, Haftpflicht der GrundstückseigentümerInnen und Gewohnheitsrechte) erlaubt.

 

Gehsteige

  • Bei der Umgestaltung der Gehsteige soll vor allem auf Barrierefreiheit für Behinderte, aber auch für Komfort von Älteren oder Kinderwagen-FahrerInnen geachtet werden.
  • Dafür sind breite Platten, Rampen mit weniger als 6 % - sofern eine Gehsteiganhebung nicht machbar ist - geeignet. Auf Kopfsteinpflaster soll verzichtet und barrierefreie Zugänge zu Geschäften sollen zusammen mit GeschäftsinhaberInnen gesucht und verwirklicht werden.

 

Übergänge für Fußgänger

  • Durch Zebrastreifen für Fußgänger beim Rathaus und der Eisdiele, ebenso wie durch eine Druckampel oder Ampel beim Stiegelbräuweg und Goldschmied Winter, sollen bessere Querungsmöglichkeiten an der Fuggerstraße für Fußgängerinnen und Fußgänger geschaffen werden.

 

Behindertengerechtigkeit

  • Insbesondere für blinde und stark sehbehinderte Menschen werden Querungshilfen (farbliche Abgrenzung, Änderung der Pflasterung, Orientierungshilfen entlang des Gehwegs, blindengerechte Ampelanlagen) gewünscht.
  • Rollstuhlgeeignete Flachbordgestaltungen und 3 cm Bordsteine sollen auch für RollstuhlfahrerInnen, Ältere mit Gehwagen, Eltern mit Kinderwagen etc., höhere Aufenthaltsqualitäten in der Innenstadt sicherstellen.

 

Fahrradverkehre

  • Es sollen ausreichend viele Fahrradständer an öffentlichen Gebäuden vorgesehen werden.
  • Parallel dazu sollen auch Geschäftsleute angeregt werden, an ihren Läden für ausreichend viele Fahrradständer zu sorgen.

 

Belebung der Innenstadt

  • Grundsätzlich wird eine Stärkung des Standorts für notwendig erachtet, wobei eine merkliche Geschäftsbelebung durch die Verkehrsberuhigung in der Innenstadt und die Schaffung von Freiräumen für die Entfaltung erwartet wird.
  • Dazu gehören bessere Aufenthaltsqualitäten durch Bänke und Abfalleimer im öffentlichen Raum, ebenso wie Freiluftgastronomie, die multifunktionell angelegt im Winter als Parkraum genutzt werden kann.
  • Hinsichtlich der abendlichen Attraktivität werden die Geschäftsleute angeregt, die Schaufenster länger als bis 20.00 Uhr zu beleuchten.

 

Beleuchtung

  • Die Weihnachtsbeleuchtung soll, um weitere Kosten zu sparen, an den vorhandenen Masten installiert werden.

 

Neuer Rathausgarten

  • Für die gewünschte Belebung und angemessenere Nutzung des Neuen Rathausgartens werden verschiedene Vorschläge gemacht: Die Öffnung, z.B. am Stiegelbräuweg bezieht die Grünfläche mehr ein. Auch Kinderspielräume mit Schaukel und ein Gartenschach (Figuren schon vorhanden) könnten zur intensiveren Nutzung einladen. Speziell auch für BewohnerInnen des Betreuten Wohnens ist eine gute Ausstattung mit Bänken sinnvoll. Ein Bücherturm, eine Boccia-Bahn und eine Infotafel (die auch am alten Rathaus sinnvoll wäre), mit der Möglichkeit für Aushänge, würde die Fläche deutlich beleben.

 

Alter Rathausgarten

  • Grundsätzlich wird der Alte Rathausgarten behindertengerecht gewünscht mit befestigten Wegen und Gefällen unter 6 %.
  • Mit einem vorzeitigen Abriss der Mauer und der damit symbolisierten Öffnung (SOFORTMASSNAHME) könnte die Nutzung bereits jetzt intensiviert werden. Er sollte grundsätzlich als Ort für Veranstaltungen und für Kunst im öffentlichen Raum vorgesehen werden. Es wird an einen Literaturgarten gedacht. Auch eine betonierte Sprühwand für Jugendliche (zum Wiederbesprühen) wird für den Alten Rathausgarten oder an anderer Stelle angedacht.

 

Kunst im öffentlichen Raum

  • Zur Kunst im öffentlichen Raum zählt auch die genannte betonierte Sprühwand für Jugendliche (zum Wiederbesprühen). Es wird außerdem gewünscht, Voraussetzungen für Skulpturen im öffentlichen Raum zu schaffen, die möglichst auch zum Sitzen und Ausruhen genutzt werden können.

 

Kulturhaus für Ausstellungen, Kleinkunst, Bistro, Freiluftgastronomie

  • Der in Schwabmünchen fehlende Ort für Geselligkeit und Aufenthalt in der Innenstadt, ohne Konsumzwang, wahlweise mit einfacher Gastronomie, sollte in Form eines Kulturhauses ins Leben gerufen werden. Nach dem Vorbild anderer Städte, z.B. Blankenburg, wird an eine private Initiative mit öffentlicher Unterstützung gedacht: in einem der beiden Gasthöfe (Mohren oder Engel) sollte mit gemeinsamer Anstrengung zwischen Stadt und engagierten Vereinen/ Initiativen ein Kulturhaus entstehen.

 

Festplatz

  • Parkregelungen am Festplatz sollen die Fuggerstraße entlasten: Dauerparken im hinteren Bereich, Kurzzeitparken vorne (SOFORTMASSNAHME). Eine gefälligere Gestaltung, z.B. durch Begrünung, sollte geprüft werden.

 

Plätze

  • Multifunktionale Plätze sollen als Plattformen für unterschiedliche Aktivitäten der Stadtgesellschaft nutzbar gemacht werden.

 

Märkte

  • Der Schrannenplatz als zentraler Platz in der Stadt sollte den Stadtmarkt/Bauernmarkt/Wochenmarkt aufnehmen.
  • Der Michaelimarkt sollte als Mittel der Belebung wieder in die Fuggerstraße geholt werden.

 

Grünanlagen

  • Eine Aufwertung und Gestaltung der Grünanlagen in Schwabmünchen wird für notwendig erachtet. Dazu gehört die Öffnung der Mauer am Alten Rathausgarten, die Einrichtung von Kinderspielräumen, die Gestaltung von Sondernutzungsformen, wie einem Literaturgarten, aber auch die fachgerechte Pflege der Anlagen.

 

Aktionen ins Zentrum

  • Zur Belebung des Zentrums sollen insgesamt mehr Aktionen stattfinden. Den Michaelimarkt in die Fuggerstraße zu holen, ist eine der Möglichkeiten, weitere sollten entwickelt werden.

 

Wohnen in der Innenstadt

  • Der bestehende Wohnungsleerstand sollte behoben werden.
  • Grundsätzlich sollte Betreutes Wohnen in die Innenstadt, nicht an den Stadtrand, gelegt werden.

 

Gute Ideen

  • Die guten Ideen anderer Städte sollten auch in Schwabmünchen genutzt werden, beispielsweise die Einrichtung eines Bürgerbusses, mit dem Menschen, die in den Randgebieten wohnen, günstig ins Stadtzentrum kommen können.

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