Die Geschichte der Stadt Schwabmünchen

Schwabmünchner Bahnhof mit Personal im Jahr 1912

Schwabmünchen - in der Lech-Wertach-Ebene 20 Kilometer südlich von Augsburg gelegen - wird in der Biographie des heiligen Bischofs Ulrich zum Jahr 954 als „castellum Mantahinga" erstmals erwähnt, doch lassen sich im Ort und seiner näheren Umgebung wesentlich ältere Siedlungsspuren nachweisen, die die keltische, römische und alemannische Besiedelung des Ortes belegen. Das „castellum Mantahinga" dürfte der Überrest einer fränkischen, merowingisch-karolingischen Grenzbefestigung gegen Bayern gewesen sein. Der Ort war wohl wie seine Umgebung bis zum beginnenden 9. Jahrhundert Besitz des fränkischen Königs und wurde von Karl dem Großen dem Augsburger Hochstift geschenkt, bei dem er bis zur Säkularisation blieb.Blick auf Schwabmünchen von Westen, ca. 1850, des Historienmalers Ferdinand Wagner (1819 - 1881)

 

Nach lokalhistorischer Überlieferung verlieh Kaiser Ferdinand I. Schwabmünchen im Jahr 1562 Marktrecht und -wappen.

1804/06 kam Schwabmünchen unter bayerische Herrschaft und wurde Sitz des Landgerichts.

Mit dem Bau der Eisenbahnlinie Augsburg-Lindau (1847) und der Errichtung einer Schranne (Getreidemarkt, 1855) setzte ein wirtschaftlicher Aufschwung ein, der sich u. a. im Bau von Schulen und eines neuen Krankenhauses (1899/1900) dokumentierte.

 

Schwabmünchner Krankenhaus (perspektivische Ansicht) vom Jahr 1901

Im Jahr 1900 wurde die Marktgemeinde Sitz des  Bezirksamts Schwabmünchen (später Landkreis Schwabmünchen). Der Landkreis reichte im Süden bis Schwabmühlhausen, er umfasste im Norden Königsbrunn, Bobingen und im Osten Untermeitingen. westlich reichte er bis weit in die Stauden hinein.

 

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, nämlich am 4. März 1945, wurde Schwabmünchen von einem schweren Fliegerangriff heimgesucht, der über 60 Todesopfer forderte; die Stadt wurde etwa zu einem Viertel total zerstört und zu zwei Dritteln schwer beschädigt.

Der Angriff galt, neben Bahnhof, Schienen und anderen Transportwegen, den ortsansässigen Ziegeleien und vor allem dem Gebäude der ehemaligen Weberei Holzhey (jetzt Federnfabrik Eberle). In die Hallen der Weberei hatte die Messerschmitt AG nämlich eine Teileproduktion für die ME 262, das erste und bis dahin einzige Kampfflugzeug mit Düsenantrieb, verlegt.

 

 

Die Bevölkerungszahl schnellte nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Aufnahme von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen rund um die Hälfte hoch, wodurch sich auch die Wirtschaftskraft Schwabmünchens erhöhte. Dieser Entwicklung trug der bayerische Staat dadurch Rechnung, dass er den Markt 1953 zur Stadt erhob.

Mit der Landkreisreform 1972 verlor Schwabmünchen seinen Landkreis und wurde in den neu gebildeten Landkreis Augsburg eingegliedert. Neben dem Kreissitz gingen auch wichtige Behörden und Einrichtungen verloren, die die Zentralität der Stadt unterstrichen hatten.

 

Schwabmünchen zählt mit den 1978 eingegliederten vier Gemeinden Birkach, Klimmach, Mittelstetten und Schwabegg mittlerweile über 14000 Einwohner.

 

 

Das Mittelzentrum Schwabmünchen verfügt heute über die einschlägigen zentralörtlich bedeutsamen Einrichtungen. In wirtschaftlicher Hinsicht ist eine ausgewogene Mischung zwischen landwirtschaftlichen, gewerblichen und industriellen Betrieben gegeben. Nicht nur wegen seiner hervorragenden medizinischen und schulischen Infrastruktur ist Schwabmünchen für Familien als Wohnort interessant. Mit dem größten kommunalen Kunst- und Kulturgeschichtsmuseum des Landkreises, der städtischen Galerie, der Stadthalle, dem Stadtpark mit seinen alten Baumbeständen, den zahlreichen Wanderwegen, dem Warmwasserfreibad "Singoldwelle" und dem waldreichen Naherholungsgebiet „Stauden" bietet die Stadt einen hohen Wohn- und Freizeitwert.

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