Großer Andrang und kleine Demonstration 26.07.2016

Oltimerralley 2016

Lächelnd durchfuhr Landrat Martin Sailer das Demonstrationsbanner. An seiner Meinung ändert es nichts.


Schwabmünchen

 

Großer Andrang und kleine Demonstration

 

Schwabmünchen bildet beim Jubiläum einen würdigen Rahmen. Im Ziel gibt es mehr als nur tolle Autos.

 

Schwabmünchen war ein würdiger Startpunkt bei der allerersten Oldtimer-Rallye durch den Landkreis und ein tolles Ziel bei der zehnten. Darin waren sich die Fahrer und die Fans der glänzenden alten Karossen einig. Doch es ging bei vielen Teilnehmern um mehr als gut auszusehen. Und manche demonstrierten sogar, allerdings wieder aus einem anderen Grund. ...

 

Nur wenige Hundertstel Sekunden neben der geforderten Zeit

 

 

Uhr an Uhr reiht sich an so manchem Oldtimer-Armaturenbrett. Der Beifahrer wirkt oft beschäftigter als der Fahrer. Der Wettkampf heißt: Wer schafft es, mit dem geringsten Abstand von der Sollzeit ins Ziel zu kommen? Dreimal hatte zuletzt die Familie Tierhold mit ihrem Volvo PV 444 gewonnen. Diesmal schnappte sich den größten Pokal Hanns Schustereder mit seinem Alfa Romeo Giulia Super und verwies den Seriensieger auf Platz zwei. Beide lagen beim Überfahren der Ziellinie nur wenige Hundertstel Sekunden neben der geforderten Zeit, die ohne Raserei zu erreichen war.

Vielen Fahrern war aber die Zeit ziemlich gleichgültig. Sie genossen bei herrlichstem Wetter die schöne Landschaft, die Kameradschaft mit Gleichgesinnten, Benzingespräche und die Anerkennung der Oldtimerfans an der Strecke.

„Einen so schönen Zieleinlauf hatten wir noch selten wie hier in Schwabmünchen“, freute sich Landrat Martin Sailer in seinem schneeweißen Mercedes 250 SL aus dem Jahre 1967. Und Altlandrat Karl Vogele pflichtete ihm bei: „Diese Rallye vereint den Landreis, bringt die Menschem zusammen. Das ist schön.“

 

„Wir wollen SMÜ zurück“

 

Darum sind er und sein Nachfolger auch gegen das SMÜ-Kennzeichen: „Das würde die in den vergangenen Jahren gewonnene Einigkeit wieder zerstören. Wir wollen, dass der Landkreis Augsburg die früheren Landkreisteile Wertingen, Donauwörth, Neuburg und Schwabmünchen als eine Einheit erhält“, so Vogele. Die Demonstration am Rande der Veranstaltung mit dem Banner „Wir wollen SMÜ zurück“ kommentierte Sailer so: „Das ist ganz nett gewesen. Jeder hat in unserem Lande die Freiheit zu demonstrieren. An unserem Entschluss, das A-Kennzeichen zu behalten, wird sich nichts ändern.“ Dem stimmen unter anderen auch Peter Schäfer und Rallye-Cheforganisator Stefan Steinbacher zu. Doch die SMÜ-Freunde sind ganz anderer Meinung. „Wir machen auf jeden Fall weiter. Jeder sollte selbst entscheiden, welches Kennzeichen er auf seinem Auto haben will“, meinten sie. Steinbacher wollte lieber über die Erfolgsgeschichte seiner Rallye-Idee sprechen, an die er anfangs selbst nicht so geglaubt hatte.

drucken nach oben