Lastwagen geht baden 09.05.20174

VU Leuthau 09.05.2017

Ein Überholender hat diesen Lehmkipper auf der Kreisstraße A16 zwischen Leuthau und Schwabmünchen in den Straßengraben gedrängt. Durch das Gewicht des Fahrzeuges und den durchnässten Untergrund kippte dieser dann in die daneben fließende Scharlach.

Schwabmünchen

Lastwagen geht baden

Ein überholender Transporter drängt bei Leuthau einen Sattelschlepper ab und der Fahrer fährt davon. Das Kennzeichen des anderen Autos hat der LKW-Fahrer nicht Von Christian Kruppe

 

Mit immer noch leicht zitternden Fingern steht ein Lkw-Fahrer auf der Kreisstraße A16 zwischen Leuthau und Schwabmünchen ein paar Meter von seinem Sattelschlepper entfernt am Straßenrand.

Die Zugmaschine steht in der am Rand der Straße fließenden Scharlach, der Hänger, mit einigen Tonnen Lehm beladen, liegt im Bach. Er nimmt einen Zug von seiner selbstgedrehten Zigarette und atmet tief durch. „Die habe ich jetzt gebraucht“, sagt er kopfschüttelnd.

 

Der Berufskraftfahrer, der auf mehr als 30 Jahre Erfahrung mit Lastwagen aller Art zurückblickt, hat allen Grund, durchzuschnaufen. Denn allem Anschein nach war es kein Fahrfehler, der zu dem spektakulären Unfall führte.

 

Straßenbankett konnte Sattelschlepper nicht tragen

 

„Ich habe da hinten Material geholt“, erzählt der Fahrer und nickt mit dem Kopf in Richtung der Lehmgrube zwischen Königshausen und Leuthau. Vielleicht 60 Stundenkilometer schnell sei er gewesen, als ihn ein Lieferwagen überholte. „Der ist schon wieder eingeschert, bevor er an mir richtig vorbei war“, berichtet der Fahrer.

Um einen Zusammenprall zu vermeiden, wich er leicht nach rechts aus. Doch das Straßenbankett, durch die vielen Regenfälle der letzten Tage komplett aufgeweicht, konnte den gut 40 Tonnen schweren Sattelschlepper nicht tragen.

 

Polizei hat Ermittlungen aufgenommen

 

Nach nur ein paar wenigen Metern gab der nasse Boden unter der Last nach. Dadurch rutschte der Sattelschlepper die Böschung hinunter in die an der Straße entlangfließende Scharlach. Die Zugmaschine kam quer zum Flusslauf im Wasser zum Stehen und der Auflieger kippte der Länge nach samt Ladung in die Scharlach.

Ärgerlich ist die Tatsache, dass der Unfallverursacher einfach weiterfuhr. „Ich kann nicht einmal sagen, welche Marke der Kleintransporter war oder welches Kennzeichen er hatte. Ich hatte in dem Moment andere Sorgen“, schimpft der Fahrer des Sattelschleppers auf den flüchtigen Unfallverursacher. Am frühen Nachmittag rückte eine Großaitinger Firma mit einem Autokran an, um den schweren Sattelschlepper aus dem Bach zu bergen. Die Polizei Schwabmünchen hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht nach dem flüchtigen Fahrer und nach möglichen Zeugen.

Zeugen sollen sich bei der Polizeiinspektion in Schwabmünchen melden unter Telefon 08232/9606-0.

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