Leuthau - Buch „Landkreis Schwabmünchen“ (2. Auflage 1975)

Deckblatt - Buch "Landkreis Schwabmünchen"

In dem Buch "Landkreis Schwabmünchen" (2. Auflage 1975), Herausgeber Landkreis Augsburg, finden sich folgende Informationen über Leuthau:

 

• Ort

 

Der Augsburger Archidiakon Ulrich von Altheim übergab 1241 sein Erbgut in „Litha" einem klösterlichen Frauenverein, mit der Auflage, dass dieser in Leuthau eine Niederlassung errichten möge. Bereits vor 1261 zogen die Frauen in das Kloster St. Margareth in Augsburg, das nicht nur die gestifteten Güter übernahm (1 Hof in Leuthau und den Stadelhof), sondern auch 1262 von Heinrich von Winzenburg einen weiteren Hof im Ort erwarb. 1488 bestand die Siedlung nur aus 2 Anwesen. Der Inhaber eines Hofes, Peter Ram, war in den Aufstand der Schwabmünchner Bauern gegen den Bischof verwickelt. Als Folge der Reformation wurde 1538 das Kloster St. Margareth aufgehoben und dessen Güter, darunter auch Leuthau, unter städtische Sonderverwaltung gestellt. Die Einkünfte flossen dem Augsburger Blatternhaus zu. 1581 verkaufte die Sonderverwaltung Leuthau an das Hospital Augsburg. Von diesem erwarb es 1692 Valentin Drexl, Kastner der Herrschaft Schwabegg in Türkheim. Er veräußerte den Besitz (2 Höfe, 1 Sölde) 1709 an das Augsburger Kloster Hl. Kreuz, das ihn bis 1803 behalten konnte.

 

„Zwey Baurenhöff, nebst einer Capelle, die großen Feldbau, Wießwachs und Viehzucht haben ..." (K. 1750).

 

Die Landeshoheit stand der Herrschaft Schwabegg, die niedere Gerichtsbarkeit inner Etters dem Kloster Hl. Kreuz zu.

Der Ort besaß als kleine Pfarrei eine Kirche (1241 erwähnt), die dem hl. Alto geweiht war. 1623 vermerkt ein Bericht, dass die Kapelle „alt, aber fein erbaut und zugerichtet“ sei. Nach 1800 wurde sie abgebrochen. Im Ort befindet sich 1 Gaststätte.

 

• Pfarrei

 

Die Siedlung war eine kleine Pfarrei, wie aus einer Urkunde von 1241 - „…ecclesia Sancti Altonis in Litha...“ - zu ersehen ist. Sie erscheint noch im Steuerregister des Bistums 1529 unter den Pfarreien des Kapitels Kirchheim, allerdings als locus desolatus (verlassen). Etwa 10 Jahre lang befand sich im Ort auch ein Frauenkloster. Ein in Meinhartshofen (abgegangen bei Günzburg) entstandener klösterlicher Frauenverein erhielt 1241 vom Augsburger Archidiakon Ulrich von Altheim (Donaualtheim) dessen väterliches Erbgut zugewiesen, bestehend aus Grundbesitz und dem Patronat der Kirche des hl. Alto in Litha, nördlich der Burg Schwabegg mit einem Hof im Ort, einem zweiten Hof in der Nähe der Wertachbrücke gelegen, zum Stadel genannt (abgegangen). Der Schenker wollte, dass der Frauenverein, an dessen Spitze die Priorin Petrissa stand, auf dem Erbgut in Leuthau seinen Sitz nehmen und nach der Benediktinerregel Gott dienen solle. 1252 nahm Bischof Hartmann von Augsburg (ca. 1215-1286) den Konvent in Leuthau in seinen Schutz. Aber schon 1261 befanden sich die Schwestern, wohl wegen der Unsicherheit im Straßgebiet, in Augsburg. Das Dominikanerinnenkloster St. Margareth war die neue Heimstätte der frommen Frauen. Die kleine Pfarrei Leuthau wird wohl bald nach dem Übergang des Kirchenguts an den Frauenkonvent und nach dessen Wegzug nach Augsburg eingegangen sein.

Leuthau wurde lange Zeit von Schwabmünchen aus seelsorgerlich betreut und ist jetzt Filiale von Klimmach. Die Kirche hat den hl. Alto zum Patron. Dieses Patrozinium kommt sonst nirgends in der Diözese vor. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Kapelle abgebrochen. Ihre Stätte hält noch der Flurname „Kapellenacker" fest.

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