Mittelstetten - Buch „Landkreis Schwabmünchen“ (2. Auflage 1975)

Deckblatt - Buch "Landkreis Schwabmünchen"

In dem Buch "Landkreis Schwabmünchen" (2. Auflage 1975), Herausgeber Landkreis Augsburg, finden sich folgende Informationen über Mittelstetten:

 

• Ort

 

Mit dem größten und wohl auch mit dem ältesten Besitz war die Augsburger Kirche vertreten. Nach dem Urbar von 1316 umfasste er den Maierhof, die Mühle und etwa 10 Erblehen. Dem Hochstift ist es auch gelungen, im Ort ehemaliges Reichsgut (einige Anwesen und Einkünfte) zu erwerben, das 1301 König Albrecht I. dem bischöflichen Kämmerer Ulrich von Wellenburg verpfändet hatte und von dem es dann der Bischof auslöste. Güter und Einkünfte der zweiten Grundherrschaft, des Reichsstiftes St. Ulrich und Afra-Augsburg, kaufte das Hochstift 1772 auf. Der bischöfliche Rentmeister Wolfgang Schick baute nördlich der Mühle ein ansehnliches Schloss, das er 1549 an den Augsburger Hans Welser veräußerte. Dionys von Rehlingen ließ es 1684 abbrechen und ließ die Steine für den von ihm gestifteten Neubau des Klimmacher Pfarrhofes verwenden.

 

Die niedere und die hohe Gerichtsbarkeit in Mittelstetten standen dem Hochstift zu.

 

1915 erfolgte die Flurbereinigung. 1934 wurde Mittelstetten an das Schwabmünchner Wassernetz angeschlossen. 1967 baute die Gemeinde ein Leichenhaus.

 

Im Ort befinden sich 2 Gaststätten und 1 Arzt.

 

Aus Mittelstetten stammen der Augustiner-Propst Jakob Wiedemann († 1561) und der Politiker Dr. Joseph Völk (1819-1882).

Die kleine Pfarrkirche wurde 1690 als Kapelle erbaut und 1841 vergrößert. Das Altarbild mit dem Kirchenpatron malte 1872 Ferdinand Wagner aus Schwabmünchen.

 

• Pfarrei

 

Die kirchliche Geschichte des Ortes fängt spät an. Ein Gotteshaus war bis Ende des 17. Jahrhunderts nicht vorhanden, das Dorf galt als Filiale von Schwabmünchen. Erst 1690 erbaute die Gemeinde eine Kapelle zu Ehren des hl. Magnus, jedoch war damit für die Pfarrgeistlichkeit keine gottesdienstliche Verpflichtung verbunden. Erst später hielt der Kaplan eine Wochenmesse. 1805 wurden Exjesuiten vom Kloster St. Salvator in Augsburg als Frühmesser hier tätig. Diese errichteten eine Schule, so dass ein Frühmess- und Schulmess-Benefizium entstand. 1868 erfolgte die Umwandlung in eine Kuratie und 1922 wurde eine Pfarrei errichtet. Sie ist seit 1942 verwaist und wird von Schwabmünchen versehen.

 

• Einwohner

 

1810 179
1840 207
1861 239
1867 246
1871 239
1880 275
1890 259
1900 270
1910 301
1919 310
1933 280
1939 274
1946 439
1950 462
1956 396
1961 366
1970 344

 

• Landwirtschaftliche Betriebe

 

1939 39
1949 39
1960 27
1971 29

 

• Handwerker

 

1810 gab es folgende Handwerker: 1 Hufschmied, 1 Müller, 1 Wagner

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