Personenrettung im Kindergarten 11.07.2017

Feuerwehrübung Hiltenfingen 11.07.2017

Der Atemschutztrupp der Hiltenfinger Feuerwehr dringt in die Erdgeschossräume des Kindergarten zur Personenrettung ein.

 

Hiltenfingen

Personenrettung im Kindergarten

Eine Großübung stellt ein realistisches Szenario in Hiltenfingen dar. Dabei werden unter anderem 14 Personen durch den Atemschutztrupp gerettet. Von Hieronymus Schneider

 

 

Am Freitagabend wurden wohl einige Leute in Hiltenfingen aufgeschreckt, als etliche Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn durch die Straßen zum Schulweg brausten. Doch es gab keinen Grund zur Panik. Am „Einsatzort“ rauchte es zwar aus den Fenstern im Obergeschoss des Kindergartens heraus, doch etliche bereits eingeweihte Zuschauer, unter ihnen Bürgermeister Kornelius Griebl, warteten entspannt das Geschehen ab. Es handelte sich um eine Großübung der Feuerwehren Hiltenfingen und Schwabmünchen sowie des BRK-Kreisverbands Augsburg-Land.

Zuerst traf die Hiltenfinger Feuerwehr mit ihrem Mehrzweck-Kombi und dem Löschfahrzeug 43/1 mit zehn Feuerwehrmännern und zwei Frauen ein. Unter der Einsatzleitung von Kommandant Dieter Amann begann die Befreiung der im Erdgeschoss befindlichen 14 Personen durch den Atemschutztrupp und der Aufbau der Schlauchleitung zu den Hydranten. Kurz danach trafen das Drehleiterfahrzeug 30/1 der Feuerwehr Schwabmünchen und der erste Rettungswagen der Schwabmünchner Rot-Kreuz-Bereitschaft ein. Bald folgte noch ein Krankentransportwagen.

 

15 Sanitäter in einem Transportwagen

 

Mit dem am Ende der Drehleiter befestigten Rettungskorb befreite die Schwabmünchner Wehr unter dem Kommando ihres Zugführers Klaus Raith nach und nach sieben eingeschlossene Personen aus dem Obergeschoss. Drei nicht mehr gehfähige Personen wurden mit Hilfe der am Korb eingehängten Schleiftrage liegend gerettet. Inzwischen hatte die Schnelle Einsatzgruppe Behandlung (SEG) des Kreisverbands Augsburg-Land aus verschiedenen Ortsbereitschaften 15 Sanitäter in einem Mannschaftstransportwagen und einen Gerätewagen-Sanitätsdienst zum Einsatzort gebracht.

Unter der Leitung des Königsbrunners Christian Peter wurde auf dem Rasen hinter der Schule eine große Plane mit markierten Feldern ausgebreitet. Diese strukturierte Patientenablage (StruPal) wurde vom Augsburger Kreisverband entwickelt und wird inzwischen in ganz Bayern verwendet. Dorthin wurden dann die „Verletzten“ zur Erstversorgung gebracht und je nach Schwere in die Krankenhäuser gefahren. Leichtverletzte konnten sich im Garten neben der Schule niedersetzen.

Die Übungsverletzten und Geretteten wurden natürlich nicht von den Kindergartenkindern selbst, sondern von der Hiltenfinger Jugend- und Kinderfeuerwehr gespielt. Die täuschend echt aussehenden Brandwunden wurden ihnen vom Jugendrotkreuz Langenneufnach auf ihre Gesichter und Arme geschminkt.

Bei der abschließenden Einsatzbesprechung betonten alle Beteiligten die Wichtigkeit einer solchen Übung für das Zusammenspiel und die Kommunikation von verschiedenen Einsatzeinheiten, damit es auch im Ernstfall funktionieren kann.

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