Schloss Guggenberg - Buch „Landkreis Schwabmünchen“ (2. Auflage 1975)

Deckblatt - Buch "Landkreis Schwabmünchen"

In dem Buch "Landkreis Schwabmünchen" (2. Auflage 1975), Herausgeber Landkreis Augsburg, finden sich folgende Informationen über Schloss Guggenberg:

 

1441 wird Guggenberg als einer von 4 Forsthöfen des Hochstifts Augsburg im Bezirk Schwabmünchen erstmals erwähnt. 1448 vergab der Bischof den Hof zu Lehen an die Augsburger Familie Langenmantel (sie erbaute 1470 das Schloss) und 1523 an den bischöflichen Rentmeister Wolfgang Schiegk, der das Gut 1536 an das Augsburger Augustiner-Chorherrenstift St. Georg verkaufte. Hierher flüchteten im folgenden Jahre die Mönche nach ihrer Vertreibung durch den lutherischen Stadtrat, hier starben auch die Pröpste Staber (1542), Wilfling (1542) und Wirsung (1547). 1617 veräußerte das Kloster den Besitz an den Augsburger Georg Amann, von dem ihn 1623 der Dompropst Christoph von Ow erwarb. Unter den Besitznachfolgern ist die Familie v. Bally hervorzuheben, die zwischen 1712 und 1746 auf Guggenberg eine Baumwoll-Spinnerei betrieb. 1746 zog der Bischof das Lehen ein und ließ es als Schweizerei (Viehhof) bewirtschaften. Infolge der Säkularisation (1803) wurde Guggenberg bayerisch und seit 1805 mehrmals zur Versteigerung ausgeschrieben. Es bewarben sich die Pächterin Viktoria Knechtle, der Markt Schwabmünchen (das Guggenberger Vieh schädigte die Gemeindewaldungen), der Augsburger Steuermeister Philipp v. Stetten, Generalleutnant Karl Philipp v. Wrede und Carl Graf v. Baumgarten in Ostettringen. Das Gut umfasste damals 75 Jauchert Äcker, 81 Tagwerk Wiesen und 82 Tagwerk Wald. Den Zuschlag erhielt 1806 Philipp v. Stetten bei 20500 Gulden. 1829 wird als Inhaber Guggenbergs Graf Schenk v. Stauffenberg genannt. Ihm folgte wahrscheinlich im Besitz der Gütermakler Isaak Javenport, der das Schloss 1835 an Theodor Graf Waldner v. Freundstein verkaufte. Dieser ließ die fünfseitigen Anbauten beiderseits des Hauptgebäudes anbringen. 1857 erwarb das Gut Max Hoy, 1862 Ludwig v. Mühldorfer. Von ihm kaufte es 1873 Wilhelm Thon, dessen Nachkommen Guggenberg noch heute besitzen.

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