Zum Jubiläumsumzug sind Tausende auf den Beinen 02.07.2017

Festumzug Königsbrunn Stadtjubiläum

Königsbrunn


Zum Jubiläumsumzug sind Tausende auf den Beinen


Mehr als 80 Gruppen ziehen durch die Königsbrunner Innenstadt. Zu sehen gab es fantasievolle Wagen, historische Gefährte und auch eine Menge duftenden Rauch Von Adrian Bauer

 

Einen bunten, fröhlichen Festzug haben sich die Königsbrunner zum doppelten Jubiläum 175 Jahre Gemeinde- und 50 Jahre Stadterhebung gestern Nachmittag beschert. 2000 Teilnehmer – neben Menschen auch Hunde, Ziegen und Pferde – aus mehr als 80 Vereinen und Gruppierungen bildeten den Zug, am Straßenrand entlang der Strecke vom Rathaus bis zur Gautsch standen die Zuschauer teils in mehreren Reihen hintereinander. Sie bekamen einiges geboten.
Denn die Vereine hatten einige Energie in die Vorbereitung des Festzugs gesteckt. Der Königsbrunner Verein für Freizeit und Natur etwa hatte auf seinem Festwagen seine Hütte nachgebaut – und zwar genau so, wie sie schon 1967 beim Festzug zur Stadterhebung zu sehen war: „Mittlerweile sieht sie aber nicht mehr so aus“, sagte Markus Riedel, der Vorsitzende des Vereins. Die rote Holzhütte wurde erweitert und schließlich noch ein Ziegelhaus erbaut. Doch zum Jubiläumszug entschieden sich die Mitglieder noch einmal fürs Original

 

Aus der Kulisse wurde ein Festwagen
Ein weiteres Original brachte die Königsbrunner Theatergruppe an den Start: Sie funktionierte eine ihrer Kulissen kurzerhand zum Festwagen um. Ihre Straßenbahn hatte die Gruppe bislang als Kulisse bei Sketchen verwendet, unter anderem beim Salvator-Anstich der CSU. Für den Festzug wurde der halben Bahn nicht nur eine zweite Hälfte spendiert, sondern auch noch Rollen, mit denen das gute Stück mitgezogen wurde. Dazu hatten die Mitglieder ein Lied gedichtet, mit dem die lang erwartete Ankunft in Königsbrunn gefeiert wurde. Und noch etwas hatten die Vereinsmitglieder eingebaut: einen Glaskasten, in dem die Kulturpreisträger ihre Trophäe mitführten.
Älter als die Stadt waren die Gefährte, mit denen die Oldtimerfreunde Königsbrunn den Abschluss des Festzugs bildeten. Den Anfang der Gruppe machte ein Tempo Hanseat von 1952 – im Originalzustand eine echte Rarität, wie die Experten betonten. Noch seltener war nur der Onkel-Paul-Spezial – ein Auto Marke Eigenbau aus dem Jahr 1945, das der Besitzer von seinem Onkel geerbt hat.
Traktoren fahren teils mit Wasserdampf
Und auch die alten Traktoren lassen Kenneraugen leuchten: Ein Fendt Dieselross von 1949, ein Modell der Firma Kaelble aus demselben Jahr und ein seltener Wasserverdampfer der Firma Martin fuhren unter anderem die Runde zum Gautschgelände mit. Noch älter war nur das Feuerwehrauto der Gäste aus Schwabmünchen – das war Baujahr 1934.
Die wohl größte Gruppe stellte die katholische Pfarreiengemeinschaft. Um deren Position im Zug herauszufinden, mussten die Zuschauer nur die Nase in den Wind halten. Auf einem der Festwagen war das größte Weihrauchfass der Welt montiert, das Felix Miller sorgfältig unter Feuer hielt. Anderthalb Kilo des gelblichen Granulats und noch mehr Holzkohle hatten die Verantwortlichen dabei. Das Resultat war deutlich sichtbar, wer den Weihrauchgeruch nicht mag, musste sich allerdings kurzfristig die Nase zuhalten. Als zweiten Wagen hatte die Gemeinde einen Nachbau der Kirche St. Ulrich dabei. Im offenen Kirchendach stand eine vierköpfige Band, die musizierte. Und im Kirchenportal dirigierte Pfarrer Bernd Weidner und animierte seine Gläubigen zum Mitsingen und tanzen.

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