15 x 1,5 - Kunst auf Abstand

Eine Ausstellung in der Reihe Galerie Gegenwart, 07.06.- 15.08.20

Kunst auf Abstand Headerbild

 

 

 

 

 

 

Corona-Zeit. Seit vielen Wochen begleitet uns eine immer wieder verwendete Maßeinheit, die – völlig berechtigt - zu einem wesentlichen und bestimmenden Element zwischenmenschlicher Kontaktmöglichkeiten geworden ist:
die 1,5.

1,5 m gilt es Abstand zu halten zwischen uns und den Nächsten, sofern sie nicht in unserem Haushalt leben.
Die 1,5 bestimmt, zusammen mit anderen Faktoren, ob und wie wir uns im öffentlichen Raum bewegen, sie bestimmt, von der Einrichtung der Restaurants bis hin zum Abstand der besetzten Sessel im Bundestag, viel von unser aller Lebenswelt.

Die 1,5 begrenzt uns, sie reduziert uns in unserem Umgang mit anderen. Sie verändert unsere Kommunikation miteinander, unsere Artikulation und unsere Modulation.

 

Auch Kunstwerke kommunizieren. Sie kommunizieren mit denen, die sie betrachten. Doch in einer Ausstellung kommunizieren sie auch untereinander.

 

Das Kuratieren einer Kunstausstellung kennt zahlreiche Mittel, diese Kommunikation zu steuern und die Werke zueinander in Bezug treten zu lassen.
Eines dieser Mittel ist der wechselnde Abstand voneinander, in dem die Arbeiten positioniert werden. So kann der Blick der Betrachtenden geleitet und die Rezeption gelenkt werden. Dies ist wichtig, um nonverbale Inhalte zu vermitteln.
Formal gesehen, ist der Abstand zwischen den Exponaten zudem ein Mittel, einem Werk seinen „Wirkungsraum“ zu verschaffen und einer Ausstellung ihren Rhythmus zu geben.

 

„15 x 1,5. Kunst auf Abstand“ verzichtet auf dieses Mittel. Die Abstände zwischen nebeneinander positionierten Werken sind standardisiert auf eben jene 1,5 m, die auch den Abstand der Betrachtenden untereinander standardisieren.
Die Frage war:
Wie wirkt sich ein solcher Abstand bei etwa gleichen, relativ kleinen Formaten aus? Ist es für die Werke noch machbar, auf 1,5 m untereinander zu kommunizieren? Ist für die Betrachtenden eine Zusammenschau mehrerer Elemente noch möglich? Der Abstand ist nicht das einzige Mittel, eine Ausstellung zu rhythmisieren und die Werke aufeinander in Bezug zu setzen. „Retten“ hier andere Mittel die Kommunikation? Oder wird jedes Werk zum isolierten Einzelstück?

 

„15 x 1,5. Kunst auf Abstand“ zeigt 15 der Werke, die in den vergangenen 10 Jahren für die Sammlung des Museums erworben wurden.
Sie sehen Arbeiten von Gerhard Birkle, Burga Endhardt, Catalina Mayer, Rita Maria Mayer, Til Mette, Manfred J. Nittbaur, Andreas Petrak, Maria Reichenauer, Bernd Rummert, Monika Schultes, Kersten Thieler-Küchle, Alexandra Vassilikian, Stefan Wehmeier, Felix Weinold und Lothar Zull.

 

Leider konnte aufgrund der Verordnungen zur Eindämmung des Coronavirus für die Ausstellung keine Vernissage angeboten werden.

 

 

Internet Kunst auf Abstand

 

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