Die Feuerwehr springt im Notfall ein 30.06.2010

Die Feuerwehr springt im Notfall ein 30.06.2010 AZ

Die Feuerwehr springt im Notfall ein

Schwabmünchen

Um Patienten schnellstmöglich versorgen zu können, arbeiten Feuerwehren und das Bayerische Rote Kreuz (BRK) vielerorts Hand in Hand. Im Raum Schwabmünchen wird nun eine Kooperation angestrebt, die nach Auskunft des Rettungszweckverbandes im Landkreis bislang einmalig ist.


Geht in der Rettungsleitstelle ein Notruf ein und kann weder der Rettungsdienst noch der ehrenamtliche Hintergrunddienst des BRK in angemessener Zeit vor Ort sein, soll künftig die Schwabmünchner Feuerwehr alarmiert werden - auch, wenn es nicht brennt, sondern wenn es um gesundheitliche Notfälle geht.

In Einzelfällen sei dieses Verfahren schon praktiziert worden, heißt es. Nun könnte die Schwabmünchner Feuerwehr auch offiziell in den Rettungsdienst mit eingebunden werden. Das Verfahren laufe, sagt Ursula Christ vom Rettungszweckverband. Man warte auf eine schriftliche Mitteilung der Organisationen.

Zuletzt hatte es immer wieder Klagen gegeben, dass der Rettungswagen im Raum Schwabmünchen bei Notfällen zu lange auf sich warten lasse. Damit, so betonen die Verantwortlichen, habe diese Neuerung nichts zu tun. Die gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfristen würden im Landkreissüden „sehr gut" eingehalten, sagt Christ.

Ehrenamtliche überbrücken Zeit

Günther Geiger, Kreisgeschäftsführer des BRK, räumt ein, dass es „immer mal Probleme gegeben" habe, wenn die Fahrzeuge des Rettungdienstes, die in Schwabmünchen, Bobingen und Langenneufnach stationiert sind, im Einsatz waren. Um die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungdienstes zu überbrücken, hat das BRK in Schwabmünchen einen ehrenamtlichen Hintergrunddienst eingerichtet: freiwillige Mitarbeiter, die im Notfall mit einem Sanka ausrücken. Mit einer Einschränkung: Der Hintergrunddienst steht meist nur nachts bereit. „Tagsüber ist er im Regelfall nicht im Einsatz", bestätigt Geiger.

Seit Längerem war im Forum unserer Zeitung über eine Einbindung der Feuerwehr in den Rettungsdienst spekuliert worden. Die Wehr in Schwabmünchen verfügt über die entsprechende Ausrüstung und Ausbildung. Im Gesetz ist die angedachte Form der Mitwirkung aber nicht vorgesehen. Auch der Bedarfsplan, der festhält, wo im Landkreis Rettungseinrichtungen nötig sind, hält den südlichen Landkreis für gut versorgt. „Es gibt zwar ein Verbesserungspotential", sagt Geiger, „aber eigentlich ist der Bereich abgedeckt."

Ein zusätzliches Rettungsmittel - etwa ein Helfer vor Ort - hätte damit wohl keine Chance auf eine Genehmigung durch den Zweckverband. Daher haben sich BRK und die Schwabmünchner Feuerwehr für eine unbürokratische Lösung eingesetzt. Wie es aussieht, mit Erfolg. Bei den Gesprächen zwischen den Partnern ging es auch um die Form der Zusammenarbeit. Das Rote Kreuz hätte es befürwortet, wenn die Feuerwehrler als BRK-Mitglieder im Hintergrunddienst ausgeholfen hätten. Der Kommandant der Feuerwehr, Hubert Prechtl, trat dafür ein, dass seine Männer als selbstständige Einheit den Rettungsdienst unterstützen - dem Hintergrunddienst in der Alarmierungsreihenfolge nachgeordnet. „Sonst wäre das Durcheinander zu groß", sagt er.

Letztlich wird man sich wohl auf Prechtls Variante einigen. Ursula Christ ist sicher: „Es wird eine für die Bürger sehr gute Lösung geben." Stefan Holler vom BRK in Schwabmünchen hätte eine noch bessere Lösung: „Wenn die Bevölkerung besser ausgebildet wäre, könnten sie die Zeit, bis der Rettungswagen kommt, besser abdecken."

drucken nach oben