Die gegenseitige Hilfe macht sie stark 05.06.2010

Die gegenseitige Hilfe macht sie stark

Mittelstetten

Von freiwillig kann keine Rede sein. Als die Feuerwehr Mittelstetten 1885 gegründet wurde, war die Mitgliedschaft in der Wehr für alle männlichen Ortsbewohner obligatorisch. Zumindest das hat sich geändert. Das Engagement für den Brandschutz allerdings ist im Schwabmünchner Stadtteil ungebrochen. Mit rund 50 Aktiven stellt die Feuerwehr Mittelstetten auch nach 125 Jahren eine stattliche Mannschaft. Dieses Jubiläum wird am kommenden Wochenende mit einem großen Fest gefeiert.

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Die Feuerwehr Mittelstetten präsentiert sich auch zu ihrem 125-jährigen Jubiläum als schlagkräftige Truppe. Foto: Feuerwehr

Eine Spritze und ein Feuerwehrgerätehaus, mit dessen Bau in der St.-Magnus-Straße im Jahr 1895 begonnen wurde, gab es bereits für die Pflichtwehr. Vermutlich auch schon eine Feuerlöschmaschine. 1897 wurde dann der Feuerwehrverein gegründet. Der erste Vorsitzende war Josef Kraus, Kommandant Johann Liebert.

Und schon damals ging es den Mitgliedern nicht nur ums Brandlöschen: Ein wichtiger Punkt bei der ersten Generalversammlung war die „Abhaltung eines Feuerwehrballes". Diese Tradition hat - bis auf kleine Unterbrechungen - bis heute überlebt.

Die beiden Weltkriege haben das Vereinsleben der Feuerwehr in Mittelstetten weitest gehend lahmgelegt. Nach 1945 wurden die Aktivitäten wieder aufgenommen. Auch das Rettungswesen wurde in den Folgejahren professionalisiert. Als im Jahr 1953 der Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens nur mit Unterstützung der Wehren aus Großaitingen und Schwabmünchen unter Kontrolle gebracht wurde, wurde ein Alarmplan festgelegt.

Umzug ins Molkereigebäude

Im Jahr 1956 wurde die Ausrüstung der Feuerwehr modernisiert und die Feuerwehrspritze aus dem Jahr 1885 ausgemustert. Seit 1977 hat die Feuerwehr in Mittelstetten ein eigenes Fahrzeug. Als die Milchsammelstelle im Molkereigebäude in Mittelstetten nicht mehr benötigt wurde, wurde dort das Feuerwehrhaus eingerichtet. Veränderungen in der Arbeit der Mittelstetter Wehr brachte 1978 die Eingemeindung des Ortes nach Schwabmünchen. Die ortsübergreifende Zusammenarbeit der Wehren wird immer wichtiger. Dazu wurde 1991 das Einsatzfahrzeug der Mittelstetter Wehr mit Funk ausgerüstet. Auch die Ausbildung wurde eng mit der der Schwabmünchner Truppe verknüpft.

Für den Ernstfall gerüstet

Bei gemeinsamen Übungen wird der Ernstfall regelmäßig geprobt. Und immer wieder kommt es zu Einsätzen, bei denen die Hilfe aller Ortsteilwehren erforderlich ist. Im Februar 2002 war Mittelstetten selbst auf die Unterstützung anderer angewiesen. In der Dorfstraße brannte ein Anwesen. Mit dem 2003 angeschafften Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) wurde zuletzt die technische Ausrüstung der Wehr verbessert. Ein Meilenstein ist nun der Bau des neuen Feuerwehrhaues auf dem Gelände der ehemaligen Schule.

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