Feuerwehr trainiert Einsatz mit gefährlichen Chemikalien 31.12.2011

Feuerwehr trainiert Einsatz mit gefährlichen Chemikalien

Die Feuerwehr Schwabmünchen übte den Einsatz mit Chemikalienschutzanzügen.

Sicherheit

Feuerwehr trainiert Einsatz mit gefährlichen Chemikalien

In den Schutzanzügen werden selbst einfachste Tätigkeiten zu schwierigen Herausforderungen

Schwabmünchen Das Sichtfeld ist eingeschränkt, die Luft zum Atmen begrenzt, die Bewegungsfreiheit eingeengt. Das sind die Umstände, unter denen Feuerwehreinsatzkräfte bei Unfällen mit gefährlichen Stoffen in Chemikalienschutzanzügen arbeiten müssen.

Um für diese außergewöhnlich belastenden Einsätze ausreichend gerüstet zu sein, absolvierten bei der Feuerwehr Schwabmünchen sieben Feuerwehrleute, darunter auch eine Frau, einen zwölfstündigen Lehrgang.

In der Grundeinweisung lernten die Feuerwehrler das richtige Anlegen des säure- und ölbeständigen Vollschutzanzuges. Da der Anzug den Träger vollständig von der Umgebungsatmosphäre trennt, muss zusätzlich ein Atemschutzgerät zur Luftversorgung unter dem Anzug getragen werden.

Lokalisieren von gefährlichen Stoffen war Teil der Ausbildung

Einen großen Teil der Ausbildung nahm auch das Training zum Lokalisieren und identifizieren von gefährlichen Stoffen an Einsatzstellen ein. Dabei mussten die Schutzanzugträger an extra aufgebauten unübersichtlichen Einsatzstellen, wie sie zum Beispiel nach einem Lkw-Unfall vorkommen können, gefährliche Stoffe erkennen, dokumentieren und über Funk an die Einsatzleitung weiter melden.

Im weiteren Praxistraining unter Lehrgangsleiter Klaus Parsche wurde dann unter anderem das Abpumpen von Säuren, das Abdichten von Kanaleinlässen oder defekten Auslassventilen sowie das Vornehmen von Schadstoffmessungen geübt. Denn in dem Schutzanzug sind selbst einfachste handwerkliche Arbeiten wie das Fixieren von Schrauben schwierig.

Hinzu kommt für die Feuerwehrkräfte immer die Ungewissheit, ob sie während ihres Einsatzes mit giftigen, ätzenden oder anderen gefährlichen Stoffen verschmutzt wurden.

Deshalb stand am Ende des Lehrgangs das Durchlaufen eines etwa 30 Meter langen Reinigungsplatzes, auf dem die Schutzanzugträger vor dem Ablegen des Anzuges in verschiedenen Stufen durch Duschen, Brausen und Desinfektion gereinigt wurden. (SZ)

 

 

drucken nach oben