Krimineller Öltransport mit unangenehmem Ende 29.08.2011

Ölunfall 29.08.2011

Nicht nur die Straße war mit Öl verschmiert. Auch das angrenzende Erdreich hatte die Flüssigkeit aufgenommen und musste deshalb ausgetauscht werden.

Lechfeld

Krimineller Öltransport mit unangenehmem Ende

So eine nächtliche Aktion hat die Schwabmünchner Polizei noch nicht erlebt. Ein ganz besonderer Öltransport verdarb Ordnungshütern die Nachtruhe. Er wird sie noch beschäftigen. Von Reinhold Radloff

 

Wie sich der verbotene Transport abgespielt hat, dabei ist die Polizei ganz auf die Aussagen der drei beteiligten Personen angewiesen. Die Ausländer wirkten allerdings, so die bearbeitenden Beamten, nicht in allen Aussagen besonders glaubhaft.

So oder ähnlich dürfte sich also laut Polizeiaussagen die eigenartige Aktion abgespielt haben:

 

Freiburg im Breisgau, irgendwann am Freitagabend: Ein 29-jähriger Mann spricht einen 37-Jährigen an, ob er sich 200 Euro plus Benzingeld verdienen will. Dafür soll er mit seinem Kastenwagen in den Landkreis Augsburg fahren und zwei Pakete abholen. Der Fahrzeughalter willigt ein, und los geht die Fahrt

Irgendwo im Landkreis Augsburg gegen Mitternacht: Der Auftraggeber leitet den Fahrer zu einer alten Halle. „Fahr rückwärts hin, schalt´ das Licht aus und bleib sitzen", sagt er zu ihm. Dann werden mit einem Gabelstapler zwei „Gegenstände" in den Laderaum geschoben. Und weiter geht die Fahrt. Bevor es auf die B17 geht, wird noch ein 18-Jähriger aufgenommen. Richtung Lindau sollte die Fahrt gehen.

 

Lechfeld etwa um 1 Uhr: Bei der Ausfahrt zur Tankstelle auf dem Lechfeld will der Fahrer raus, um zu tanken. Bei einem Bremsmanöver rumpelt es hinten im Wagen heftig. Die beiden Männer werden extrem nervös und verlangen, nicht zur Tankstelle, sondern Richtung Aldi-Zentrallager abzubiegen, was der Fahrer macht. Plötzlich dringt heftiger Heizölgeruch in seine Nase. Am Kreisverkehr biegt er rechts ab und fährt in einen Feldweg, steigt aus und schaut dann in den Laderaum.

Dort liegen zwei Öltanks, jeder 1500 Liter groß. Aus ihnen fließt unaufhörlich das schwarze Gold. Der Fahrer verlangt, dass ihm beim Aufstellen geholfen wird. Keine Reaktion. Als er in das Führerhaus schaut, sind die beiden ihm fremden Männer verschwunden. Als er wieder umschaut, steht schon die Polizei vor ihm. Sie war von der Einsatzzentrale alarmiert worden, weil Autofahrer eine riesige Ölspur gemeldet hatten.

Der völlig verdutzte Mann wird verhaftet, auch die beiden Komplizen: Der 29-Jährige versuchte, per Taxi zu entkommen, machte aber auf den Fahrer einen so verwirrten Eindruck, dass dieser die Polizei alarmierte. Der 18-Jährige stand völlig hilflos an der Lechfeld-Tankstelle B17.

Auf der Schwabmünchner Dienststelle beginnen dann laut den Polizeibeamten die „Lügengeschichten" der drei Freiburger. Nach Verlegung des Trios ins Gefängnis nach Augsburg wird es dem Haftrichter vorgeführt, der die Täter allerdings auf freien Fuß setzt, weil alle drei einen festen Wohnsitz haben.

 

 

 

 

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