Pferdefuhrwerke machen Geschichte lebendig 15.04.2013

Pferdefuhrwerke machen Geschichte lebendig  15.04.2013

Schwabmünchen

Pferdefuhrwerke machen Geschichte lebendig

Weit über 10000 Zuschauer bestaunen am sonnigen Sonntagnachmittag, was die Pferdefreunde Wertachau in Schwabmünchen auf die Beine gestellt habenVon Ivanka Williams-fuhr
So ein großartiges Ereignis hat es in Schwabmünchen lange nicht mehr gegeben: Bei strahlendem Sonnenschein rollte am Sonntag ein langer Zug mit mehr als 50 historischen, von Pferden gezogenen Fuhrwerken und Kutschen, darunter Landauer, Jagdwagen und altes landwirtschaftliches Gerät, durch die Innenstadt. Rund 10000 Besucher haben die Veranstalter erwartet, gekommen sind sicherlich weit mehr, die sich dieses große Spektakel nicht entgehen lassen wollten. Sie säumten die Straßen vom Aufstellungspunkt an der Weberstraße über die Kaufbeurer, Luitpold- und die Fuggerstraße.
Gezogen wurden die Gespanne überwiegend von Haflingern, Kaltblütern und Warmblütern, aber auch typische Ochsen- oder Eselgespanne waren zu bestaunen. Die Besitzer hatten alle Ehre in den Aufputz ihrer Tiere gelegt. Die Pferde waren prächtig eingeschirrt mit gezopften Schweifen, geflochtenen Mähnen und gehäkelten Häubchen auf den Ohren. Musiker-, Reiter- und Fußgruppen in historischer Bekleidung begleiteten den prachtvollen Zug durch die Straßen.

Vorneweg Bürgermeister Lorenz Müller – selbst ein passionierter Reiter – hoch zu Ross stilecht mit Frack und Zylinder. Das nostalgisch-imposante Schauspiel, das eine Stimmung aus der Zeit vermittelte, als Pferde, Fuhrwagen und Kutschen noch Arbeits- und Transportmittel Nummer eins waren, hat der Reit- und Fahrverein „Pferdefreunde Wertachau“ zum 35. Jubiläum unter dem Motto „Wie’s früher war“ ausgerichtet.

Die Kutschenumzüge mit originalen Gespannen – von Mistwagen über Dreschmaschine bis zu Feuerwehrspritze und Leichenwagen ist alles dabei – werden seit 1980 veranstaltet, nun zum achten Mal. „Uns ist sehr daran gelegen, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, wie wichtig das Pferd einst im täglichen Leben war“, sagt Gabriele März-Müller, die Vorsitzende der Pferdefreunde.

„Heutzutage wird das Pferd ja hauptsächlich als Sportgerät oder zur Freizeitbeschäftigung angesehen. Früher aber, zum Teil bis in die 1950er-Jahre, waren alle, ob Bäcker, Metzger, Landwirt oder die Feuerwehr, auf das Pferd angewiesen.“ „Ich bin den Pferdefreunden Wertachau sehr dankbar dafür, dass sie so große Mühe auf sich nehmen, um einem breiten Publikum ein historisches Bild zu zeigen“, sagt Bürgermeister Lorenz Müller.

„Dieser Umzug weckt viele Erinnerungen an Zeiten, in denen das Pferd wichtigster Begleiter der landwirtschaftlichen Arbeit gewesen ist. Und die jüngeren Zuschauer können interessante Einblicke in die oftmals sehr harte Arbeit ohne modernen Maschineneinsatz gewinnen.“

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