Künftig wird sich die Feuerwehr um den Maibaum kümmern

Plötzlich war der Maibaum weg

 

Tradition

Schwabmünchen: Plötzlich war der Maibaum weg

Mitten auf dem Schrannenplatz hatte er viele Jahre gestanden: der Schwabmünchner Maibaum. Jetzt, Ende April, wo der kahle Stamm für das bevorstehende Maifest eigentlich aufgehübscht werden sollte, ist der Baum plötzlich verschwunden. Einfach weg. Und das wird auch so bleiben. In Schwabmünchen wird es in diesem Jahr weder einen Maibaum noch ein Fest geben.

 

Edi Poppe war Zeuge, als vergangenen Samstag der Kran anrückte und den Stamm umlegte. Zufällig war der Ehrenbürger der Stadt am Schrannenplatz. 1983 war in Schwabmünchen nach langer Unterbrechung auf Poppes Vorschlag hin erstmals ein Maibaum errichtet worden. Jetzt schien die Tradition gebrochen. „Ich war so enttäuscht", sagt der 91-jährige Poppe.

 

Der alte Baum war marode

Doch Rudolf Lautenbacher, der Vorsitzende des Trachtenvereins, beruhigt. Das Brauchtum macht nur Pause. „Nächstes Jahr gibt es wieder ein Fest", verspricht Lautenbacher. Sein Verein hatte bisher das Fest organisiert. Einige wichtige Helfer seien aber gestorben, berichtete Lautenbacher. Der Trachtenverein kann die Organisation daher allein nicht mehr stemmen. Künftig wird die Feuerwehr einspringen.

Da die Übergabe der Organisation sehr kurzfristig erfolgt sei, müsse man in diesem Jahr allerdings pausieren. Und weil das Fest ausfällt, wird es auch keinen Baum geben. Denn in diesem Jahr hätten die Organisatoren einen neuen Stamm organisieren müssen. Aus Sicherheitsgründen musste der alte, marode Baum weichen. „Es wäre zu gefährlich gewesen, da noch mal die Tafeln anzubringen", sagt Lautenbacher.

 

Die Schwabmünchner, die auf die Tradition nicht verzichten wollen, haben im Stadtgebiet trotzdem reichlich Gelegenheit zum Feiern. In Mittelstetten und in Schwabegg gibt es Feste. Auch die Siedlergemeinschaft der Wertachau stellt einen Baum auf und sitzt hinterher in gemütlicher Runde zusammen. Monika Schmich

 

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