Regen: Kein Storchennachwuchs, Fronleichnam nur drinnen, Bäche voll 03.06.2010

Landkreis Augsburg

Regen: Kein Storchennachwuchs, Fronleichnam nur drinnen, Bäche voll

Von Pitt Schurian



Werner Burkhart

Das Storchennest auf dem Kirchendach in Gennach ist leer. Nässe und Kälte haben den Jungen wohl das Leben gekostet, vermuten die Betreuer des Projektes Gennachmoos. Foto: Werner Burkhart

Landkreis Augsburg Ein trüber Feiertag liegt hinter uns. Übers Wochenende dürfen wir laut Meteorologen aufatmen und endlich Sonne tanken. Wettermann Klaus Hager hatte uns für dieses Frühjahr nicht viel mehr versprochen, als es brachte. Und er rät weiter zu Geduld. Die Wetterlage schlägt nämlich immer mehr Menschen aufs Gemüt. Kein Wunder:

Fronleichnam ohne Prozession Das Fronleichnamsfest fand gestern in den Kirchen statt. Wegen des Regens fielen Prozessionen und Feldgottesdienste aus. In St. Michael in Schwabmünchen und auch anderswo kamen dennoch viele zum Hochfest des Leibes und Blutes Christi in die Gotteshäuser.

Wasser oben und unten: Wer sich gestern bei Regen ins Freie wagte, konnte an Flüssen und Bächen stark hohe Pegelstände sehen. In Schwabmünchen trat der Feldgießgraben an einigen Stellen übers Ufer, am Wertachwehr wurde er zum Sturzbach. Sorgevoll beobachteten Feuerwehren und Anwohner vor allem die kleineren Bäche und Flüsse. Sie sind besonders voll und schwer zu regulieren. Doch nur wenige Keller wurden nass, dafür einige Wege und Wiesen überschwemmt. Am kritischsten schien die Lage an der Schmutter, vor allem bei Fischach. Im südlichen Teil des Landkreises sahen Polizei und Feuerwehren insgesamt keine große Gefahr.

Leeres Nest Der Nachwuchs der Gennacher Störche wurde Opfer der Folgen des nassen und kalten Frühjahrs. Die Jungen haben nicht überlebt. Das Nest ist wieder leer. Diese traurige Beobachtung machten Hans Lutz, Landwirt im Langerringer Ortsteil Gennach, und Werner Burkhart, Geschäftsführer beim Landschaftspflegeverband im Landkreis Augsburg. Jedes Jahr im Juni besteigen beide den Gennacher Kirchturm, um von einer kleinen Luke aus das Storchennest zu kontrollieren. Seit 2004 thront es auf der St.-Johannes-Kirche. 13 gesunde Jungstörche flogen seither von dort aus. Werner Burkhart: „Höchstwahrscheinlich war es die nass-kalte Witterungsperiode, die diesmal zu Nahrungsmangel führte, da die Wiesen nicht gemäht werden konnten. Dazu kam noch die Auskühlung. Diese Kombination ist für die geschwächten Jungvögel dann meistens tödlich." Dass Eier gelegt wurden, sei aber sicher, denn die Alten saßen ab Anfang April abwechselnd im Nest.

Nur ein Zwischenhoch Die Sonne am Wochenende bringt laut Klaus Hager nur ein „Zwischenhoch". Denn: „Danach geht es durchwachsen weiter." Nachdem der ehemalige Chefmeteorologe der Luftwaffe am Lechfeld einen langen Winter und ein schlechtes Frühjahr vorhergesagt hatte, vertraut er weiter auf Trendrechnungen von US-Kollegen: „Auch der Juni wird eher kühl und feucht. Dafür ist der Juli normal sommerlich. Und der August wird überdurchschnittlich schön, wenn auch kein Rekordwetter." Etwas hoffnungsfroher klingt ein Trend des Deutschen Wetterdienstes.

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