Retten wie die Profis 10.09.2011

Retten wie die Profis

Die Verletzten werden auf einer Trage in Sicherheit gebracht und mit Erster Hilfe versorgt.

Ausbildung

Retten wie die Profis

Jugendfeuerwehren aus vier Orten üben am Gymnasium den Großeinsatz Von Ivanka Williams-fuhr

 

Schwabmünchen Großalarm im Schwabmünchner Leonhard-Wagner-Gymnasium: in einem der Klassenzimmer ist Feuer ausgebrochen. Dicker Rauch macht sich schon überall breit. Die meisten Schüler können sich zwar nach draußen retten, doch für mehrere Personen in den oberen Etagen gibt es kein Entkommen – der Weg durch die Tür ist verschlossen. Hilferufe sind zu hören, anscheinend gibt es auch Verletzte.

 

Auf dem Schulgelände kam es außerdem zu einem schweren Autounfall, der Fahrer wurde schwer verletzt unter dem Fahrzeug eingeklemmt, der ebenfalls verletzte Beifahrer steht unter Schock. Die Feuerwehr rückt mit acht Einsatzfahrzeugen an, eine großangelegte Rettungsaktion beginnt. Wirklich in Gefahr ist zum Glück jedoch niemand. Bei dem Einsatz am Gymnasium handelt es sich um eine gemeinsame Großübung der Jugendfeuerwehren aus Schwabmünchen, Schwabegg, Siebnach und Mindelheim.

„Solche Übungen sind wichtig“, sagt Jugendwart Stefan Missenhardt von der Feuerwehr Schwabmünchen. Er und sein Team haben den Einsatz organisiert und geleitet. Einmal im Jahr wird die Aktion durchgeführt. „Es ist kein Spiel“, betont Missenhardt. „Hier wird für den Ernstfall geübt, der Zusammenhalt innerhalb der Gruppe gefestigt und Erfahrungen für spätere Einsätze gemacht.“

 

Der Jugendfeuerwehr gehören Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren an. Im Alltag dürfen sie nur außerhalb von Gefahrenbereichen mithelfen. Erst ab 16 Jahren sind die Jugendlichen an Einsätzen beteiligt. Umso größer ist daher stets die Vorfreude auf solch eine große Übung, weiß Missenhardt.

 

Damit es echt wirkt, wurden die Opfer geschminkt

 

Zurück zum Übungsszenario: Die 70 jungen Feuerwehrmänner und -frauen haben eine große Leiter zu einem der Fenster ausgefahren. „Wir sind gleich da!“, rufen sie. Nach und nach leiten sie die verängstigten Personen sicher über die Leiter nach unten. Die „Schwerverletzten“ – sie wurden vom Jugendrotkreuz mit Farbe und Pinsel entsprechend geschminkt – werden mit einer Trage auf einen Sammelplatz gebracht und mit Erster Hilfe versorgt.

 

Eine andere Feuerwehrgruppe hat es inzwischen geschafft, den unter seinem Fahrzeug eingeklemmten Fahrer und dessen Beifahrer zu befreien. Das Feuer wird mit einem gewaltigen Löschangriff bekämpft. Nach einer Stunde kehrt langsam die Erleichterung ein: der Einsatz ist erfolgreich verlaufen. Noch vor Ort wird der Verlauf der Großübung besprochen, damit auch beim echten Ernstfall alles klappt.

drucken nach oben