STURM Unwetter in der Region: Bäume fallen kreuz und quer 23.10.2014

Sturm am 21.10.2014

Sturm

Unwetter in der Region: Bäume fallen kreuz und quer

Der Wind weht auch WC-Häuschen, Bauzäune, Mülltonnen und Fassadenplatten davon.

 

Landkreis

Ein total demolierter Neuwagen, viele Kleinunfälle, Straßensperrungen und einzelne ungewöhnlichere Zwischenfälle sind Folge eines Sturms vom Dienstagabend. Die Vielzahl kleiner Schäden an Gebäuden und Hütten dürften sich auf einen stattlichen Betrag summieren. Das lässt die lange Liste an Einsätzen der Feuerwehren, der Bauhöfe und der Polizei ahnen. Was der Wind auf die Straßen fegte, ergibt eine schöne Sammlung: Ein Toilettenhäuschen, ein Gartenpavillon, und Fassadenplatten gehören dazu. Und natürlich vielerorts ganze Bäume.

 

Die Telefone bei Polizei und Bauhöfen klingelten über Stunden hinweg immer wieder. Die ersten Notrufe gingen gegen 19.30 Uhr aus Königsbrunn ein, später folgten die Ortsteile von Bobingen und ab 21 Uhr schrillten die Alarmmeldungen vor allem am Lechfeld, im Raum Schwabmünchen und in den Stauden. Feuerwehren und kommunale Bauhof-Fahrzeuge warteten bald gar nicht mehr einzelne Hinweise ab, sondern fuhren selbst systematisch Patrouille, um Straßen von Baumstämmen und Ästen freizuhalten. Die Aufräumungsarbeiten dauerten auch gestern noch an. Besonders stark betroffen schienen dabei der Raum Schwabmünchen und die Stauden südlich der Linie Untermeitingen, Großaitingen, Waldberg, Walkertshofen. Auch einige Verkehrsunfälle gab es in diesem Raum. Doch die Beteiligten bleiben unverletzt. Einige Beispiele aus den langen Listen der Einsatzberichte.

 

Neuwagen In Königsbrunn entwurzelte der Sturm in der Benzstraße einen Laubbaum und kippte ihn auf einen neuwertigen Audi A3, welcher in einer Grundstückseinfahrt geparkt war.

Fassadenplatten Ebenfalls in Königsbrunn riss der Wind Fassadenplatten von der Südseite der Mittelschule. Der Gehweg bleibt dort gesperrt, bis die Fassade überprüft und repariert ist.

Schneepflug Westlich von Schwabmünchen wurde ein Kleinlaster mit montiertem Schneeschild gesichtet, der eine Nebenstraße von Ästen und einer dicken, nassen Laubschicht freimachte. Firmenbesitzer in Schwabmünchen und wohl auch anderswo, nutzten am Morgen einen Schaufellader oder Traktoren, um auf ihren Betriebsgeländen Holz und Laub einzusammeln.

Mobiltoilette In Untermeitingen entdeckte ein Bürger ein Toilettenhäuschen mitten auf der Nebelhornstraße. Noch ehe die Polizei eintraf, hatte er es selbst zur Seite geräumt, damit kein Auto dagegen fährt. In Schwabmünchen kippte an der Giromanystraße ein Bauzaun auf die Fahrbahn, anderenorts in der Stadt fanden sich Gießkannen, Planen oder Mülltonnen auf den Straßen.

Linienbus zwischen Waldberg und Reinhartshausen war ein Linienbus auf dem Weg zurück in den eigenen Betriebshof. Der Fahrer saß alleine drin. Doch sein Feierabend verzögerte sich. In einer Senke auf freier Strecke stürzte ein Baum vor dem Bus auf die Kreisstraße. Der Fahrer kam nach einer Notbremsung mit dem Schrecken davon, am Fahrzeug entstand Blechschaden von etwa 1000 Euro. Die gute Tat in dunkler Sturmnacht: Mehrere Auto- und Kraftfahrer halfen laut Polizei zusammen mit den Einsatzkräften, den Baum beiseite zu schaffen. Nach einer Stunde Vollsperrung war die Straße dann wieder frei. Ähnliche Karambolagen mit umgestürzten Bäumen erlebten Autofahrer bei Schwabegg, in Großaitingen und Langerringen.

Straßenlaterne Im Zentrum von Schwabmünchen riss es die Halterung einer über die Fahrbahn gespannten Straßenlampe los. Diese hing nur noch am Elektrokabel in der Luft. Helfer banden sie zur Seite, damit niemand gefährdet wurde.

Überflutung In Bahn- und Straßenunterführungen staute sich das Regenwasser. Besonders auffällig war dies wiederum zwischen Bobingen und Königsbrunn. Die Durchfahrt der Gartenstraße unter der B17 wurde gegen 23 Uhr gesperrt.

Sperrungen Wegen herabgestürzter Äste oder ganzer Bäume waren auch am gestrigen Tag noch einige Nebenstraßen gesperrt. Die Bauhöfe und Feuerwehren hatten viel zu tun. Doch auch im privaten Raum fiel eine Menge Arbeit bei der Selbsthilfe an.

Eingeparkt Erleichtert schaute gestern unser Leser Frank Zenkel in der Holzheystraße in Schwabmünchen vor sein Haus. In der Nacht hatte er Holz krachen gehört und an seinen Gartenbaum gedacht. Doch gefallen war eine Akazie auf städtischem Grund direkt gegenüber. Sinnigerweise lag sie wie eingeparkt exakt in einer neuen Parkbucht, die zudem noch von der Stadt mit einem Halteverbotsschild und Bändern abgesperrt war. Sonst wäre vermutlich bereits sein Auto dort gestanden. Zenkel lacht: „Sicherer hätte es nicht organisiert sein können.“

Pech Weniger Glück hatten Nachbarn unserer Leserin Ingeborg Kral in Schwabmünchen. Sie dokumentierte, wie ein Baum einen netten Garten unter sich begrub. Der einzige kleine Trost: Hier gibt es heuer kein Laub mehr zu kehren, aber dafür viel Holz zu hacken.

 

 

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