Scharmützel bleiben nicht aus 14.02.2013

Schaufenster Fasching

Scharmützel bleiben nicht aus

Polizei spricht aber von einem ruhigen Faschingsdienstag

Schwabmünchen Groß waren die Befürchtungen, dass die rechtsradikale Gruppierung „Freies Netz Süd“ nach ihrem Auftritt auf dem Gersthofer Faschingsumzug auch auf den Umzügen in Klosterlechfeld und Schwabmünchen aktiv werden würde. Es kam anders – sehr zur Freude der Veranstalter und der Polizei. „Uns ist nichts von Vorfällen im Zusammenhang mit braunem Gedankengut bekannt“, sagte gestern Rudolf Karl, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Schwabmünchen. Insgesamt sei der Faschingsdienstag relativ ruhig verlaufen.

Und doch sorgte die Schwabmünchner Abendveranstaltung zumindest bei einer Person für ordentlich Ärger. Leonhard Hörber – Pächter des Schrannen-Cafés – war von der Party gar nicht angetan. Immer wieder habe er sich von Faschingsbesuchern beschimpfen lassen müssen, als er sie zum Verlassen seines Lokals aufforderte. „Sie wollten partout nichts bestellen und brachten ihre Getränke selbst mit“, klagt Hörber. „Das geht nicht. Ich lebe von dieser Arbeit.“

Die Beschimpfungen gingen soweit, dass er sein Lokal gegen neun Uhr schloss: „Es machte keinen Sinn mehr“, sagt Hörber. „Das schlimme ist: Diese Auswüchse werden von Jahr zu Jahr noch schlimmer.“ Hörber wird aus den Erfahrungen seine Konsequenzen ziehen. Er will im kommenden Jahr das Café gar nicht mehr aufschließen.

Klosterlechfeld Hier musste laut Polizei ein 16-jähriges Mädchen von den Rettungskräften ins Krankenhaus gebracht werden. Sie hatte während des Faschingsumzuges zu viel getrunken. Nach eigenen Angaben gehörte sie einer bunten Truppe auf einem Faschingswagen an und hätte nur drei bis vier Halbe Bier getrunken. Die Polizei ermittelt.

Schwabmünchen Eine eingeschlagene Scheibe, die der Polizei kurz nach 20 Uhr gemeldet wurde, war der erste Aufreger bei der KehrausParty. Ein Unbekannter hatte das Schaufenster eines Geschäfts in der Ferdinand-Wagner-Straße beschädigt – die Feuerwehr verschalte das Objekt noch am Abend. Der Sachschaden beträgt circa 1000 Euro

Im Kehraustreiben wurde gegen 21:45 Uhr ein 18-jähriger Untermeitinger von einem Unbekannten angegriffen und zu Boden gebracht. Weitere fünf bis sechs, mit Fred-Feuerstein-Masken gewandete, unbekannte Täter traten darauf auf ihn ein. Das Opfer erlitt Rippen- und Kopfverletzungen. Eine sofortige Absuche des Nahbereichs mit einer Polizeistreife blieb erfolglos.

Hinweise auf die Täter nimmt die Polizeiinspektion Schwabmünchen, Telefon 08232/9606-0, entgegen.

 

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