Schauen, staunen, Wasser kosten 13.09.2010

Wasserturm Schwabmünchen

Rund um den Wasserturm in Schwabmünchen wurde gefeiert

Schauen, staunen, Wasser kosten

Von Ivanka Williams-Fuhr

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Schwabmünchen Die Vorväter der städtischen Wasserversorgung haben vor 100 Jahren den Weg in die technische Moderne eingeschlagen: Innerhalb eines Jahres wurden Brunnen gebohrt, Rohrleitungen verlegt und der Wasserturm gebaut - und somit der Grundstein für die Trinkwasserversorgung Schwabmünchens gelegt.

100 Jahre später funktioniert das System noch immer bestens. Der 45 Meter hohe Wasserturm ist längst zum Wahrzeichen geworden. Zum Jubiläum gab es nun ein großes Fest. Der Turm wurde für die Bevölkerung geöffnet. Das zog die Massen an. „Von außen ist das sichtbare Zeichen Schwabmünchens jedem bekannt", sagte Marie Fischer aus Hiltenfingen. „Drinnen waren aber nur wenige. So eine Gelegenheit lassen wir uns nicht entgehen."

Tickets waren schnell vergriffen

Das dachten sich viele Besucher. „Die kostenlosen Tickets zu den Führungen waren schnell vergriffen", erzählt Wassermeister Udo Dehne. Statt wie geplant stündlich, wurden die Gruppen deshalb halbstündlich durch den Turm geführt. Am Ende dürften es mehr als 300 Teilnehmer gewesen sein. Die bestaunten große, helle Räume auf fünf Stockwerken, die über 130 schmale Stufen zu erreichen sind. Der gesamt Bau ist imposant. Er wurde einst von der Augsburger Firma Thormann und Stiefel, die sich auf Stahlbetonbau spezialisierte, hochgezogen. Schwabmünchen erhielt somit eines der ersten in Stahlbeton-Skelettbauweise ausgeführten Gebäude Deutschlands.

Blick über die Stadt

Vom oberen Stockwerk kann man weit über die Stadt schauen. Kein Gebäude in weiter Umgebung ist höher als der Wasserturm. Er diente zwischen 1913 bis Anfang der 80er Jahre dem ehemaligen Bezirksmuseum als Ausstellungsraum. Heute ist er für die Öffentlichkeit geschlossen, ganz oben im Turm ist das Wasserreservoir der Stadt. Museumsleiterin Sabine Sünwoldt, Wassermeister Udo Dehne, Architekt Josef Alletsee und Mitarbeiter des Wasserwerks gestalteten die Führungen.

Auch rund um den Wasserturm drehte sich (fast) alles um das Thema Wasser. Die Jugendfeuerwehr Schwabmünchen wartete mit Wasserspielen auf - die entsprechenden Kulissen für das Spiel hatten die angehenden Feuerwehrmänner in den Ferien gebastelt.

Warum frieren wir, wenn wir nass sind? Warum ist das Meer blau? Warum ist Schaum weiß? Solchen Fragen ging Herbert Leischner nach und führte faszinierende Experimente zu den Eigenschaften des Wassers vor. Ein Ballon-Weitflugwettbewerb stand ebenso auf dem Programm wie die Besichtigung der Fahrzeuge und der Geräte der Wasserversorger. Ralf Pojda aus Schwabmünchen umrahmte mit seiner Drehorgel das Fest.

Parallel dazu fand im Museum die Archiv-Ausstellung „Wasser für Schwabmünchen" mit der Präsentation der Festschrift zum 100-jährigen Bestehen der Schwabmünchner Wasserversorgung statt.

Programm Die Ausstellung ist noch bis zum 7. November zu sehen. Am 3. Oktober kann man die Wassergewinnungsanlagen am „Saugriesle-Wasserwerk" besichtigen.

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