Selbst einer Jahrhundertflut hält dieser Damm stand 15.01.2010

 

Hochwasserschutz Schwabmünchen

Selbst einer Jahrhundertflut hält dieser Damm stand

Die Schwabmünchner haben den Tag nicht vergessen. Es war im März 2006, als die Fluten kamen. Unmengen von Schmelzwasser schossen von Süden her in die Stadt, fluteten ganze Straßenzüge. Grundstücke soffen ab, andere waren komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Auch der Bauamtsleiter im Schwabmünchner Rathaus, Klaus Schedler, erinnert sich an die dramatischen Stunden und ihre Folgen. „Das darf nie wieder passieren", sagt er.


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Jetzt ist die Stadt einen entscheidenden Schritt vorangekommen, künftige Überschwemmungen zu verhindern. Fast vier Jahre nach dem Unglück im Frühjahr 2006 steht nun der Entwurfsplan für den Hochwasserschutz an der Südostspange und im Taubental. Er wurde vom Stadtrat einstimmig beschlossen.

Bereits in der Dezembersitzung hatte sich das Gremium auf Empfehlung des Wasserwirtschaftsamtes für diese Planungsvariante ausgesprochen. In den vergangenen Wochen hat der Planer nun diese Konzeption weiter ausgearbeitet.

Demnach soll ein bis zu sieben Meter hoher Damm im Notfall die Fluten von der Stadt fernhalten. Bis zu 450 000 Kubikmeter Wasser könnten so zurückgehalten und dosiert in die Singold abgeleitet werden. Damit wäre Schwabmünchen selbst vor einem Jahrhunderthochwasser gefeit. „Das wäre schon ein sehr guter Schutz", sagt Schedler.

Bis das Konzept umgesetzt werden kann, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Die Pläne müssen erst wasserrechtlich geprüft werden. „Wir hoffen, dass bis Mitte des Jahres die rechtlichen Voraussetzungen geben sind, dass wir die Arbeiten ausschreiben können", sagt Schedler. Auch die Grundstücke, auf denen der Damm errichten werden soll, sind noch nicht im Besitz der Stadt. Mit den Eigentümern wird nun verhandelt.

Zu knapp kalkuliert beim Förderantrag

Verhandlungsbedarf gibt es auch bei der Finanzierung. Der Hochwasserschutz an der Südostspange wird mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket gefördert. Als die Stadt ihren Zuschussantrag eingereicht hatte, war man noch von Kosten von rund 850 000 Euro ausgegangen. Inzwischen hat sich gezeigt: Damit ist es nicht getan. 1,3 Millionen Euro wird die Umsetzung des nun beschlossenen Entwurfs kosten. Bürgermeister Lorenz Müller will mit der Regierung von Schwaben noch einmal über die Höhe der Förderung nachverhandeln.

Auch mit seinem Amtskollegen aus Langerringen, Konrad Dobler, wird sich Müller in dieser Woche treffen. Denn die Stadt hofft auf eine Beteiligung der Nachbargemeinde - aus zwei Gründen. Deren Wunsch, den Damm zu verlegen, um Platz für eine Anbindung ihres geplanten Gewerbegebiets zu schaffen, habe Mehrkosten verursacht. Außerdem würde der Damm auch deren Gewerbegebiet schützen. Langerringen profitiere damit also ebenso von dem Bau, so das Argument der Schwabmünchner.

Unabhängig von dieser Frage - die Zeit drängt. Wegen der drohenden Gefahr und der Förderung. Denn Geld aus dem Konjunkturpaket gibt es nur, wenn die Maßnahme Ende 2011 fertig und abgerechnet ist. Laut Schedler hat die Stadt als Baubeginn September oder Oktober 2010 angepeilt. Für die Schwabmünchner wäre der Winter 2010 damit der letzte ohne Schutz vor Schmelzwasser.

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