Wieder Flammen auf dem Wengerhof 19.09.2010

Brand Wengerhof

Drei getötete Schweine und 150000 Euro Sachschaden hinterließen die Flammen in dem Stall- und Scheunengebäude auf dem Wengerhof. 120 Gäste einer Hochzeitsgesellschaft mussten evakuiert werden. Menschen kamen nicht zu Schaden. Foto: Bruder

Wieder Flammen auf dem Wengerhof

Von Pitt Schurian

 

Mittelneufnach

 

Feuer auf dem Wengerhof! Wer am Samstagabend von dem Notruf aus Mittelneufnach hörte, der weiß, was das bedeutet. Nicht nur ein großes Landwirtschaftsanwesen war in Gefahr. Der Hof gilt als Vorzeige-Betrieb, er bietet Erlebnis-Pädagogik für Schulkinder, ist Veranstaltungsort für Gruppen. Auch an diesem Abend waren Gäste da: 115 feierten mit einem Brautpaar. So liefen Meldeketten heiß, Sirenen heulten von Markt Wald im Unterallgäu bis Schwabmünchen und Walkertshofen. Von überall eilten Feuerwehrautos herbei. Auch gestern wusste die Polizei noch nicht, wer alles. Die Besatzungen halfen beim Löschen, bei Absperrungen, bei der Evakuierung der Gäste ins nahe Sportheim. Auch für Rotes Kreuz und Polizei herrschte Großalarm. Am 2. März 2008, dem Tag der jüngsten Kommunalwahl, war schon einmal in einem heftigen Sturm Feuer auf dem Wengerhof ausgebrochen. Fast zwei Jahre dauerte der Wiederaufbau. Er hätte in wenigen Tagen zusammen mit dem 100-jährigen Hofjubiläum der Hausherren gefeiert werden sollen. Der Einsatz von Dominikus Wenger, seiner Frau Rita und ihrer Familie beeindruckte einmal mehr nicht nur die Mittelneufnacher. Ihr Werk gilt auch als Musterbeispiel für wirtschaftliche Impulse in der Staudenregion.

Diesmal sind die Folgen der dramatischen Feuernacht glimpflicher als vor zwei Jahren. Allein das neue Stall- und Scheunengebäude fällt den Flammen zum Opfer. Die Kriminalpolizei Augsburg hat die Ermittlungen aufgenommen.

Drei Schweine tot, 150 000 Euro Sachschaden

Etwa um 19 Uhr, so die ersten Auskünfte, sei das Feuer bemerkt worden. Es soll von Strohballen ausgegangen sein. Stall und Scheune brannten vollständig aus. Drei Schweine verendeten, die 40 Kühe konnten entgegen ersten Mitteilungen alle gerettet werden. Der Sachschaden liegt nach erster Schätzung bei 150 000 Euro. In einem anderen Stadel des Anwesens brachen die rund 120 Teilnehmer einer Hochzeitsgesellschaft das Fest ab. Im Sportheim konnte die Feier dann fortgesetzt werden. Personen wurden bei dem Brand nicht verletzt.

Das Feuer war Thema in vielen Staudenorten. In Grimoldsried predigte Ortspfarrer Pater Aurelian Ziaja gegen die Tendenz zu Egoismus und Gleichgültigkeit in der Gesellschaft. Als vorbildlichen Gegenpol nannte er die Feuerwehren und ihren Dienst für die Gemeinschaft.

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