Aus unserer Dauerausstellung - Hochzeitskassette von 1655

Eine Schatulle nur für Frauen

Hochzeitskästchen Ausschnitt

 

 

 

 

 

 

Besuchen wir mal wieder unsere Dauerausstellung:
Hochzeitskassette, um 1655

 

 

Das Kästchen ist nur ca 20x40x30 cm groß. Gefertigt ist es aus Buchenholz, geschmückt mit Wismutmalerei.
Die kleine Truhe diente der frisch verheirateten Frau zur Unterbringung von Nähzeug, Stickgarn und verschiedenen persönlichen Besitztümern, die in den drei Schubladen und der darüber sitzenden Lade untergebracht werden konnten.


Die lebhafte Verzierung des Kästchens ist geprägt von Symbolen rund um Liebe, Heirat und Fruchtbarkeit. So zeigt das Frontbrett (Ausschnitt auf dem kleinen Foto) zwei Hände, die sich über einem Herzen ineinander legen.
Kürbisse und aufgeschnittene Melonen mit Kernen darin bedeuten Fruchtbarkeit, die Quitte steht für die LIeblichkeit der Braut, Blumen für die Liebe. Der Distelfink spielt auf Stärke und Kraft an, während der Eichelhäher emsigen Nestbau symbolisiert.


Die Wismutmalerei garantierte besonders leuchtende und haltbare Farbigkeit. Dabei wurde auf einen Kreidegrund pulverisiertes Wismut aufgebracht, erwärmt und poliert. Wismut ist ein Metall mit einem besonders niedrigen Schmelzpunkt, so dass ein glatter Malgrund entstand. Sodann wurden Temperafarben aufgetragen. Abschließend wurde die Malerei mit Ölfirniss überzogen.


Die herkömmliche Praxis, Wismut für Zwecke von Kleinmöbeln zu verwenden, war nicht ungefährlich. Durch das Pulverisieren gelangten Partikel des Elements in die Lunge und konnten dort Krebs auslösen. Wismut ist immerhin ein radioaktives Element, auch wenn seine Halbwertszeit sehr lang ist.

 

Hochzeitskassette

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