Der rote Kommandanten Streifen kommt weg 21.03.2018

Prechtl Hubert

Der rote KommandantenStreifen kommt weg

 

Ehrenamt Nach 18 Jahren übergibt Hubert Prechtl sein Amt bei der Freiwilligen Feuerwehr an Stefan Missenhardt.

Warum der Zeitpunkt für diesen Wechsel jetzt der richtige ist

 

Schwabmünchen

Seit dem Jahr 2000 steht Hubert Prechtl als Kommandant an der Spitze der aktiven Feuerwehr in Schwabmünchen. Nun ist Schluss und er ist „nur“ noch normaler Feuerwehrmann. Sein Abgang kommt in seinen Augen zur richtigen Zeit. „Ich höre nicht auf, weil ich nicht mehr kann oder will, sondern weil jetzt an Nachfolger übergeben werden kann, die das Amt machen wollen“, erklärt Prechtl. Er geht ohne Wehmut, ohne Trauer. „Es waren 18 sehr intensive Jahre“, resümiert der scheidende Kommandant.

Bei seinem Amtsantritt fand er „eine sehr gute Infrastruktur vor“, wie er rückblickend lobt. Als seine Hauptaufgabe bezeichnet er die „zeitgemäße und taktische Entwicklung der Feuerwehr.“ Dazu gehört auch ein entsprechend gutes und motiviertes Team. „Das war und ist da“, lobt er. „Die Schwabmünchner Feuerwehr ist rund um die Uhr in gleicher Stärke und Qualität einsatzbereit. Das ist außergewöhnlich für eine freiwillige Wehr“, erweitert er das Lob an seine Kameraden. Auch wenn er nun den roten Kommandanten-Streifen an seinem Helm abkratzen darf, der Schwabmünchner Feuerwehr bleibt er treu. Künftig ist statt dem roten Streifen ein „A“ auf seinem Helm. Das steht für Atemschutzträger. Denn „die Feuerwehr ist mein Leben“, stellt er klar. Seit 39 Jahren ist er bei der Freiwilligen Feuerwehr, seit 29 Jahren dazu noch bei der Augsburger Berufsfeuerwehr. „Ich bringe es also im Alter von 52 Jahren auf fast 70 Jahre Feuerwehrerfahrung“, rechnete er mit einem verschmitzten Lächeln vor. Dabei war er nie einer, der im Vordergrund stehen wollte. Egal ob nach außen, oder bei Einsätzen. Brauchte er mit seinem Radl mal ein wenig zu lang zum Feuerwehrhaus, dann rückten die ersten Wagen ohne ihn aus. „Die Jungs sind so gut organisiert, die schaffen das auch ohne Kommandanten“, so Prechtl.

Ab sofort lauten die Ziele Prechtls etwas anders. „Ich will es nicht mehr so eilig haben müssen“, gibt er vor. Und sich wieder mehr um die Familie kümmern. Ein Sohn renoviert gerade ein Haus. „Und ich glaube, meine Frau will mich nach 18 Jahren auch wieder zurück“, lacht er. Gerade für seine Familie empfindet er „höchste Anerkennung“, weil auch Hubert Prechtl weiß, wie oft er nicht da war. Denn es gab viel zu tun, neben den unzähligen Übungen, Schulungen und Sitzungen zungen hatte die Feuerwehr in dieser Zeit auch noch mehr als 4500 Einsätze. „Bei der Hälfte war ich mit dabei“, erinnert sich Prechtl. Und dabei hat er einiges erlebt. Zu den Größten zählt er das Hochwasser 2006. „Da waren 700 Einsatzkräfte mit 100 Fahrzeugen in der Region aktiv“, erzählt er.
Oder der Brand im Mischfutterwerk an der Weberstraße, mitten in der Nacht. Auch ein Unfall auf der
A30 ist ihm in Erinnerung geblieben. Nicht nur, weil er einer der schwereren war, sondern auch, weil ein Feuerwehrkamerad auf dem Weg ins Feuerwehrhaus selbst verunfallt ist.

„Da macht man sich viele Sorgen, kann aber nicht weg, weil man ja woanders helfen muss“, beschreibt Prechtl die Situation. Doch am Ende ging alles gut aus. Aber es gab auch vieles, über das man im Nachhinein lachen kann. So wie die Geschichte von zwei jungen Kollegen. Die machten eine Bewegungsfahrt mit einem Feuerwehrauto, besuchten ein Mädchen in Mittelstetten. Dabei ließen sie die Schlüssel im Fahrzeug stecken. Das bekamen wiederum andere Kollegen mit, die das Auto zurück nach Schwabmünchen brachten. Worauf Kommandant Prechtl die beiden beim Kaffeeklatsch störte und nach dem Fahrzeug fragte ...
Geschichten, die auch seine Nachfolger erleben werden. „Das ist ein Amt mit großer Verantwortung“, so Prechtl. Daher wird die Führung auch breiter aufgestellt. Künftig hat der Kommandant zwei Stellvertreter. Mit Stefan Missenhardt, Manfred Kraus und Stefan Hieber werden drei junge, aber erfahrene Feuerwehrmänner übernehmen. Eine Lösung, die Prechtl begrüßt. „Die drei sind absolut dafür geeignet. Ich hätte ein schlechtes Gewissen, die Aufgabe an jemanden zu übergeben, der daran zerbrechen könnte“, stellt er klar. „Doch bei diesen Dreien habe ich keine Sorgen“, ergänzt er. So ganz hört er aber noch nicht auf. Die bereits in die Wege geleitete Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges schließt er noch ab.

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