Eine Leitfigur verabschiedet sich 22.03.2018

Übergabe
Schwabmünchen
22.03.2018

Eine Leitfigur verabschiedet sich

 

Auf der Jahreshauptversammlung legt der scheidende Kommandant Hubert Prechtl eine beeindruckende Leistungsbilanz vor.

Wehmut war dem scheidenden Kommandanten Hubert Prechtl nicht anzumerken. Konzentriert, für jeden ein freundliches Wort, schritt er durch die Reihen. „Nach 18 Jahren ist jetzt der Zeitpunkt da, an dem ich die Feuerwehrführung guten Gewissens an andere abgeben kann. Sie werden das gut machen und mit der Verantwortung wachsen“, sagte Prechtl unserer Zeitung voller Überzeugung. Ein weinendes Auge war bei ihm während der gesamten Jahreshauptversammlung der Schwabmünchner Wehr nicht zu beobachten.

In Anwesenheit von Vertretern aus Bereichen der Stadt, der Polizei, der Kreisbrandinspektion sowie befreundeter Hilfsorganisationen legte Hubert Prechtl eine Leistungsbilanz vor, die sich sehen lassen konnte (siehe Infokasten). Bei seinen Worten erkannte jeder, wie stolz Prechtl auf seine Wehrleute war. „Es war mir eine Ehre, dieser robusten, treuen und schlagkräftigen Truppe vorzustehen. Es beruhigt mich sehr, das Kommando nun an drei Kameraden zu übergeben, die in der Lage sind, die Feuerwehr auf diesem Stand weiter zu führen“, sagte er in seinem Ausblick auf die folgende Wahl, bei der die anwesenden aktiven Feuerwehrler über Stefan Missenhardt als Kommandant und Manfred Kraus sowie Stefan Hieber als Vertreter zu entscheiden hatten. Prechtls Charakterisierung der neuen Führungskräfte traf genau den Nerv der Anwesenden. „Stefan Missenhardt macht richtig Wind, Manfred Kraus ist der starke Baum und Stefan Hieber hat die strategische Kompetenz.

 

Die Schwabmünchner Feuerwehr wählt einen neuen Kommandanten

Bevor es zur geheimen Wahl unter der Leitung des Bürgermeisters kam, trugen der zukünftige Kommandant Stefan Missenhardt sowie Jugendwart Johannes Baumann weitere Fakten aus dem Portfolio der Ausbildungs- und Arbeitsdienste sowie der Jugendarbeit vor. Dabei fand bei Missenhardt die Großübung am alten Seniorenwohnheim der Arbeiterwohlfahrt am Hohen Weg als eine der insgesamt 117 Einzelübungen besondere Erwähnung. „Auch die Ausbildung von 22 neuen Feuerwehrmännern und -frauen für Schwabmünchen und die Ortsteile sowie die Ausbildung von elf neuen Atemschutzträgern haben uns weitergebracht“, lobte er die Übungs- und Ausbildungstätigkeit von über 6500 Stunden. Ebenso hob er den Arbeitsdienst in den Sachgebieten von 6000 Stunden hervor. Den hohen Stellenwert der Jugendarbeit unterstrich Johannes Baumann. „Neben Ausbildungsstunden sind für zusätzliche Aktivitäten der Jugend wie Zeltlager, Besichtigungen und Teilnahme am Seifenkistenrennen des Jugendbeirates noch einmal 2610 Stunden hinzugekommen“, sagte er dankend an alle Beteiligten.

„Die Feuerwehr Schwabmünchen ist unentbehrlich sowohl für die Sicherheit in der Stadt als auch als gesellschaftlicher Bestandteil. Die Tätigkeit im Ehrenamt, die nach außen sichtbar in 271 Einsätzen zum Wohle der Bürger geleistet wurde, ist in höchstem Maße anzuerkennen“, stellte Bürgermeister Lorenz Müller in seinem Grußwort fest. Dabei seien viele Aktivitäten von den Bürgern nicht wahrnehmbar, da diese im Verborgenen ablaufen.

Kreisbrandrat Alfred Zinsmeister, Oberster Feuerwehrmann des Landkreises, unterstützte die Aussagen des Bürgermeisters in vollem Umfang. „Die Drehleiter DL 16 ist das schönste Feuerwehrfahrzeug im Landkreis“, fügte er unter lautem Beifall der Anwesenden über das 1934 gebaute und durch die Feuerwehr restaurierte historische Fahrzeug hinzu.

Die Wahl zur neuen Führung der Feuerwehr war ein deutlicher Beweis des Vertrauens in das neue Team. Bei jeweils 87 abgegebenen Stimmen, bestimmten 82 Wahlberechtigte Stefan Missenhardt unter Jubel zum neuen Kommandanten, 80 Stimmen legten Manfred Kraus als Ersten Stellvertreter und 86 Stimmen Stefan Hieber zum Zweiten Stellvertreter fest.

 

Die Feuerwehr bereitet sich auf ein großes Jubiläum vor

Die Herausforderungen für den neuen Kommandanten wurden schnell deutlich, als Kreisbrandrat Alfred Zinsmeister, Bürgermeister Müller und Missenhardt selber die 18-jährige Amtszeit Prechtls in Beispielen und lobenden Worten Revue passieren ließen. „Bemerkenswert ist sein Engagement besonders für die Ortsteilfeuerwehren, die er immer fest im Auge hatte. Auch gilt der Dank seiner Ehefrau, die bei allen Aktivitäten ihres Mannes mitgespielt hat“, sagte Zinsmeister und verlieh Prechtl als äußeres Zeichen seiner hervorragenden Leistungen das nur wenigen zuerkannte Ehrenkreuz in Gold des Kreisfeuerwehrverbandes. „Hubert Prechtl hatte immer die richtigen Worte für seine Mannschaft. Berechtigte Kritik war nie ein Angriff und immer im Sinn der Sache. Seine Freundlichkeit, das offene Ohr für die Belange der Wehrleute sowie die Eigenschaft, sich selber für alle Arbeiten nicht zu schade zu sein, machten ihn zu unserer Leitfigur“, dankte der neue Kommandant. Es sei schwer in Worte zu fassen, was Prechtl alles geleistet habe, begann der Bürgermeister seinen Dank an den scheidenden Kommandanten. „Tausende Stunden für die Mitmenschen, mit hoher Leidenschaft und einem einmaligen Fachwissen, sprechen für sich“, dankte Müller. Er habe vor der Wahl zum Bürgermeister keinerlei Ahnung vom Feuerwehrwesen gehabt, die habe Prechtl ihm eindrucksvoll vermittelt, fügte er hinzu.

„Ich bin ja nicht aus der Welt. Ich stehe der Feuerwehr noch als Gruppen- oder Zugführer sowie als Ausbilder zur Seite. Nur mit der Führungsverantwortung ist jetzt Schluss“, sagte Prechtl und vollzog als letzte Amtshandlung die Beförderung seines Nachfolgers zum Oberbrandmeister sowie die der Stellvertreter zu Brandmeistern.

 

Über zahlreiche Aktivitäten außerhalb des aktiven Dienstes berichtete Thomas Müller, Vorsitzender des Feuerwehrvereins. „Die Teilnahme am Frühlingsfest, dem feuerwehrinternen Grillfest, Kameradschaftsabende, die Brandheiß-Party in der Stadthalle sowie die Restaurierung und Pflege der Oldtimer sind nur einige Beispiele der gelebten Vereinskultur“, sagt Thomas Müller.

Hauptaugenmerk in diesem Jahr seien die Vorbereitungen für das große 150. Jubiläum im Jahr 2019, dass mit vier großen Veranstaltungen gefeiert werden soll, blickte er nach vorne.

 

GV 2018

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