Eine Reibeschüssel aus dem römischen Keramik-Zentrum Rapis

Ein Stück aus dem "Römer-Raum"

Reibeschüssel klein

An der Straße von Kempten nach Augsburg lag zur Römerzeit ein Ort namens Rapis („auf den Rübenfeldern"). Die Siedlung bestand seit ca. 50 n.Chr. Sie lag im nördlichen Teil des heutigen Schwabmünchen.
Das Ortsbild wurde von langgezogenen Fachwerkbauten bestimmt, die mit der Giebelseite zur Straße standen. Nur das Badehaus und ein weiteres Gebäude, wahrscheinlich ein Tempel, waren aus Stein errichtet.
Die Siedlung umfasste sechzehn Anwesen.
In dreizehn von ihnen waren Töpfer-Werkstätten untergebracht.
Wohnhaus und Werkstatt bildeten eine Einheit. Die ganze Familie arbeitete in der Keramikproduktion – auch die Kinder.
Rapis entwickelte sich zum größten römischen Töpferzentrum im nördlichen Raetien (nördliches Alpenvorland). Hier wurde Haushaltsgeschirr für Keller, Küche und Tisch gefertigt. Das Sortiment reichte von der kleinen Öllampe bis zum meterhohen Vorratstopf.
Der wichtigste Exportartikel war die Reibschüssel (mortarium), ein Vielzweckgerät der römischen Küche. Reibschüsseln aus Rapis wurden bis in den unteren Donauraum gehandelt.
Um 260 n.Chr. wurde Rapis in den Germanenkriegen angegriffen, die meisten Töpferwerkstätten zerstört. Die Keramikproduktion kam zum Erliegen. 150 Jahre später war das Dorf verlassen.


Von den 1970er Jahren an wurden über Jahrzehnte hinweg archäologische Grabungen unternommen, um Rapis zu erforschen. Einige der Objekte, die dabei gefunden wurden, sind – zusammen mit einem originalen römischen Töpferofen – im Museum der Stadt Schwabmünchen zu sehen.

 

Reibeschüssel groß

 

Darunter dieses ganz typische Gerät in der römischen Küche: die Reibeschüsssel (mortarium). Das Raffinierte an dieser Schüssel ist, dass auf ihrem Boden Quarzsand mit eingebrannt ist. So konnten Kräuter und andere Zutaten in der gleichen Schüssel gerieben werden, in der auch die anderen Zutaten für eine Speise gemischt wurden.

 

Rapis

 

 

Zeichnung des Keramikzentrums Rapis: Wolfgang Czysz

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