Generationswechsel im Fuhrpark der Feuerwehr 08.08.2019

LF20 Feuerwehr Schwabmünchen

Das neue LF-20 der Schwabmünchner Feuerwehr bietet ein vielfältiges Einsatzspektrum.

 

Schwabmünchen

08.08.2019

Generationswechsel im Fuhrpark der Feuerwehr

 

Schwabmünchen hat ein neues Erstangriffsfahrzeug. Rund zwei Jahre dauert es vom Wunsch bis zur Auslieferung. Wieso das LF-20 billiger als kalkuliert ist.

 

Etwas mehr als ein Vierteljahrhundert hat das LF-8/6 der Schwabmünchner Feuerwehr treu seinen Dienst geleistet. Nun leistet sein Nachfolger, ein sogenanntes LF-20, die Arbeit als Erstangriffsfahrzeug. Bei dem neuen Fahrzeug der Schwabmünchner Feuerwehr handelt es sich um einen wahren „Tausendsassa“, wie Kommandant Stefan Missenhardt erklärt: „Egal ob beim Brandeinsatz, der technischen Hilfe oder der Menschenrettung, das Fahrzeug rückt immer als Erstes mit aus.“

Das heißt, die ersten sechs Mann eines Zuges rücken mit dem LF-20 aus, die anderen drei mit dem jeweilig benötigten Sonderfahrzeug – im Brandfall ist das die Drehleiter, bei Unfällen der Rüstwagen. Daher hat das neue Einsatzfahrzeug eine Ausrüstung, deren Vielfalt kaum Wünsche offen lässt, wobei Missenhardt betont, „das da kein unnötiger Schnick-Schnack verbaut ist“. Vielmehr haben die Schwabmünchner auf einige technische Gimmicks verzichtet, wie bei der Pumpensteuerung. „Die gibt es auch mit Touchscreen und voll elektronisch. Aber das ist anfällig und kostet Geld“, sagt der Kommandant.

 

 

Neues Fahrzeug der Feuerwehr Schwabmünchen kostet weniger als 400.000 Euro

 

Dies ist auch ein Grund, weshalb das neue Fahrzeug statt der kalkulierten 400000 Euro am Ende nur 377000 Euro kostet – davon trägt der Freistaat 100 000 Euro, den Rest bezahlt die Stadt. Trotzdem ein stolzer Preis, der sich aber bei genauerem Hinsehen relativiert. „Bis auf Fahrgestell und Führerhaus ist im Prinzip alles eine Einzelanfertigung. Das heißt vor allem eines: viel Handarbeit“, erklärt Missenhardt. „Die Kabine ist noch aus dem Katalog, doch die weiteren Einbauten im Fahrzeug erfolgen beim Hersteller Ziegler genau nach Kundenwunsch. Das ist aufwendig, macht aber Sinn, denn so werden die Fahrzeuge auf die Bedürfnisse der jeweiligen Feuerwehr individuell gefertigt“, erklärt Missenhardt weiter.

 

 

Dass das Fahrzeug trotzdem günstiger kam als veranschlagt liegt nicht nur an der Einsparung bei der Pumpensteuerung. Dies hat weitere Gründe. „Zum Einen haben wir viel Material vom alten LF-8/6 ins neue Fahrzeug weitergegeben, zum Anderen konnten wir uns die Kosten einer Ausschreibung durch ein Fachbüro sparen“, sagt der Kommandant. Denn um die kümmerte sich sein Vorgänger Hubert Prechtl. Der Berufsfeuerwehrmann war von Beginn an am Beschaffungsprozess beteiligt und brachte sein reichhaltiges Wissen und seine Erfahrung ein.

Von der Idee bis zur Auslieferung des LF-20 vergingen zwei Jahre

Von der ersten Idee bis zur Auslieferung vergingen zwei Jahre. „Das umfasst Planung, Bauphase und auch Veränderungen während des Ausbaus“, sagt Missenhardt. Die Ausstattung des Fahrzeugs ist umfassend. Schon hinterm Lenkrad geht es los. Der 16-Tonner hat ein Automatikgetriebe, dessen Steuerung bei allen Schwabmünchner Fahrzeugen identisch ist. So kann nahezu jeder Fahrer auf jedem Fahrzeug eingesetzt werden. Neu ist beim LF-20 eine Rückfahrkamera. Auch die Kabine für die Mannschaft hat eine Neuerung. Dort ist ein zusätzlicher Platz mit einem Atemschutzgerät ausgestattet, so dass auch der Gruppenführer sich dementsprechend ausrüsten kann.

 

Dahinter, verborgen von Rollläden, folgt die Ausrüstung. Und hier zeigt sich die Vielfalt des Fahrzeugs. Werkzeug, Chemie-Schutzanzüge, Ersatzflaschen für den Atemschutz, Schläuche, Sprungpolster, Gebläse, sogar ein kleines Stromaggregat ist mit an Bord. Wer genau zwischen die Fächer hindurch sieht, erkennt auch den Wassertank. Der gibt dem Fahrzeug seinem Namen. Denn die 20 steht für 2000 Liter Wasser, die das Fahrzeug immer mitführt. Das reicht, um mit dem Löschen anzufangen, bis die Pumpen an die Wasserversorgung angeschlossen sind. Dazu kommen weitere 200 Liter Schaumlöschmittel. In einer unscheinbaren Flasche findet sich noch ein spezielles Löschmittel für Fotovoltaikanlagen samt speziellem Spritzaufsatz. Selbst an eine Handwaschstation wurde gedacht.

 

Selbst auf dem Dach des Fahrzeugs findet sich weitere Ausrüstung. Neben Leitern, die bis ins dritte Stockwerk reichen ist dort ein Lichtmast und ein Wasserwerfer zum bekämpfen von Flächenbränden installiert. Missenhardt ist stolz auf das neue Fahrzeug, wobei er betont: „Das ist nicht für die Feuerwehr, sondern für die Bürger von Schwabmünchen und Umgebung.“

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