Sturmtief "Sabine" bringt Maibäume ins Wanken 11.02.2020

Der Maibaum in Oberottmarshausen drohte umzukippen und musste von einem Bagger abgestützt werden.

Der Maibaum in Oberottmarshausen drohte umzukippen und musste von einem Bagger abgestützt werden.

 

Landkreis Augsburg

09:56 Uhr

Sturmtief "Sabine" bringt Maibäume ins Wanken

 

Im südlichen Landkreis gehen nach dem Orkantief "Sabine" die Schäden in die Tausende. Wie der Orkan in der Region gewütet hat.

 

Landkreis Augsburg Orkan Sabine wirbelte am Montag gewaltig im südlichen Landkreis: Dutzende Bäume stürzten um, Dächer wurden abgedeckt und was nicht niet- und nagelfest war, blies der Sturm einfach davon. Die Helfer der Feuerwehren waren pausenlos im Einsatz. In Königsbrunn knickte der Maibaum um und krachte auf den Parkplatz und die angrenzende Marktstraße. Verletzt wurde niemand. Auch in Oberottmarshausen wankte der Maibaum – ein Bagger stützte ihn.

 

Gesperrte Straßen Nachdem am Morgen etliche Bäume umgestürzt waren, sperrte die Feuerwehr die Strecke zwischen Bobingen und Mickhausen komplett. Dort war am Vormittag ein Auto gegen einen am Boden liegenden Baum geprallt – der Fahrer erlitt leichte Verletzungen. Auch auf anderen Waldstrecken ging nichts mehr. Zwischen Birkach und Mickhausen war einem Autofahrer die Weiterfahrt versperrt. Eine lebensbedrohliche Situation: Ständig stürzten auf der rennstrecke weitere Bäume um. Gemeinsam mit den Feuerwehren Birkach und Mickhausen arbeiteten sich die Schwabmünchner Kräfte mit der Motorsäge durch. Die Straße wurde komplett gesperrt. Die Straße zwischen Hiltenfingen und Gennach bleibt voraussichtlich bis Dienstagvormittag gesperrt.

 

Hoher Schaden In Untermeitingen wurde eine Photovoltaikanlage vom Dach einer Firma gerissen. Der Schaden geht in die Tausende. In Lagerlechfeld hatte der Orkan das Kupferdach der Kirche St. Martin angehoben. Die Feuerwehr musste das Dach sichern. Insgesamt blieb es bei vielen kleinen Schäden. In Schwabegg löste sich beispielsweise ein Unterstand am Sportplatz. In Königsbrunn machte sich eine Einkaufswagen-Überdachung selbstständig und segelte an den Globus-Kreisverkehr, wo sie dann eingefangen und mit Spanngurten fixiert wurde. Ebenfalls in der Stadt drohten sich Fassadenelemente von einem Gebäude zu lösen – vorsichtshalber wurden alle Autos aus dem Gefahrenbereich entfernt. Dafür war es in Langerringen zu spät: Dort krachte eine Tanne auf ein kleines Gartenhäuschen.

 

Im Dauereinsatz Feuerwehren und Polizei waren gestern pausenlos im Einsatz. Allein die Feuerwehr Königsbrunn hatte am Morgen 23 Einsätze – in der Stadt waren vier Bäume in Stromleitungen gestürzt, mehrere Dachplatten fielen zu Boden. Am Rewe-Supermarkt im Gewerbegebiet Süd mussten die Freiwilligen ein Einkaufswagen-Häuschen sichern, das der Sturm aus der Verankerung gerissen und über den Parkplatz geschleudert hatte. In der Haunstetter Straße wurde ein Bauzaun umgedrückt. Die nordschwäbische Polizei rückte bis Montagmittag zu insgesamt 218 Einsätzen im Zusammenhang mit dem Unwetter aus.

 

Ohne Strom In Stromleitungen gestürzte Bäume hielten am Morgen die Mitarbeiter der Lechwerke auf Trab. Durch Äste oder Bäume in Leitungen kam es zwischen 5 und 6 Uhr zu Stromausfällen in Teilen von Horgau, Kutzenhausen, Ustersbach, Dinkelscherben, Aretsried und Breitenbronn. Durch Umschaltungen auf andere Leitungen konnten noch am Vormittag alle Ortschaften wieder an die Stromversorgung angeschlossen werden. Auch in Hiltenfingen verfing sich ein Baum in Leitungen. Die Schäden werden in den nächsten Tagen repariert. Die LEW-Mitarbeiter blieben in Alarmbereitschaft, um schnell eingreifen zu können, falls nachträglich noch Bäume umfallen.

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